Berichte:

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Zusammenfassung

Planung war über Swasiland, Mozambik, Malawi, Tansania bis Nairobi (Kenia) zu fahren.

Die gefahrene Route sah leider etwas anders aus.

Erlebnisse komprimiert

Ein großes Ameisenvolk empfängt uns beim Eintreffen im Auto.
Traphi bleibt liegen, da die Ansaugung im Dieseltank defekt war.

Ein Überfall in der Nähe der Hauptstadt von Swasiland, Mbabane, zwingt uns zum Abbruch der Reise. Neben gestohlenem Geld, Handys, …, und die Erinnerung an ein schreckliches Erlebnis bleibt eine verletzte linke Hand von Detlef.

Die Hand wird in Mbabane operiert.

Durch einen Sturz in der darauffolgenden Woche  erneuter Riss der Sehnen.

Verschiffung des Fahrzeuges, Rückflug und erneute Operation beenden dieses Kapitel.

 

 

Tagebucheinträge

So 21. + Mo 22.1.2018

Nach Schwierigkeiten mit dem Bahnticket nach Frankfurt und beim Einchecken zum Abflug (da kein Rückflug gebucht war), geht unser Flug mit Air Namibia in einem relativ leeren Flugzeug nach Windhuk.

Hier haben wir leider 5 Stunden Aufenthalt bevor wir (nach nerviger Beschaffung der Bordkarten) weiter nach Johannesburg fliegen. Hier pünktliche Ankunft und ebensolche Abholung, dann sind wir an unserem mit Tarnnetz bedeckten Auto.

Alles prima, nur das mehrere hundert Köpfe starke „Empfangskomitee“ gefällt uns gar nicht. Wie diese Ameisen in unser Haus gekommen sind und sich dort freudig vermehrten, ist uns nicht ganz klar. Hatten wir die Ameisen vor unserer Abreise eingeschleppt oder sind sie über den schwierigen Weg der Treppe ins Haus gelangt? Wir werden es wohl nie erfahren.

Nach Gifteinsatz, grobem Putzen und auspacken liegt noch erstes Einkaufen an. Das Auto startet ohne zu murren. Nach dem Abendessen nutzen wir kurz das Internet der Twana-Lodge, bevor wir todmüde ins Bett fallen.

Di 23.1.2018

Am Vormittag ist Detlef mit dem Anpassen der mitgebrachten neuen Solarpanele beschäftigt. Petra bringt das Haus in einen frischen Zustand, alle Ameisen kann sie aber nicht aus den letzten Ecken locken.
Mittagessen wird gekocht, Wasser getankt, bezahlt, dann geht es noch einmal zum etwas größeren Einkauf zu Pick‘n&Pay.

Nun können wir Richtung Osten fahren. Dies gelingt leider nur ca. 60 km, dann bleiben wir liegen. Diesel ist genug im großen Tank. Detlef kippt das Fahrerhaus und wechselt den Dieselfilter. Leider liegt es nicht an diesem. Ein Mechaniker kommt, der über einen angehaltenen Pkw informiert wurde. Mit vielmaligem Ansaugen von Diesel per Mund über Versorgungsschläuche wird festgestellt, dass im großen Tank offensichtlich der Versorgungsschlauch Luft zieht, also defekt ist. Der kleinere Tank ist leider leer, er sollte ja erst im günstigeren Nachbarland betankt werden.

Also wieder über Schlauch mit Mund-Ansaugung Diesel in mehrere Eimer, die den kleinen Tank befüllen. Nach Entlüftung der Zulaufleitung startet der Motor wieder.
Die gesamte Aktion hat rund drei Stunden gedauert, dann stehen wir zwecks Übernachtung an einer großen Tankstelle mit regem Lkw-Verkehr.

Marmelade kochen, Abendbrot, dann geht’s Schlafen. Nachts setzt kräftiger Regen ein, sodass der Krach von eher gleichmäßigem Geräusch der Tropfen übertönt wird.

Mi 24.1.2018

Gespräche mit mehreren Mechanikern werden geführt und schließlich entschieden, dass derzeit keine sinnvolle Reparatur möglich ist. Also wird der kleine Tank gefüllt, dann fahren wir weiter.
Mittags in der größeren Stadt Ermelo wird eingekauft, sehr fetthaltige Bratwurst gebraten und zu Mittag gegessen.

Die Fahrt geht vorbei an einem riesigen Kraftwerk und weiter durch grüne Landschaften, die mehr an Deutschland erinnern denn an Südafrika.
Zwischendurch bekämpfen wir immer wieder Ameisen, die aus ihren Verstecken kommen.
Am Nachmittag treffen wir in Amsterdam ein, einer Kleinstadt ca. 16 km vor der Grenze nach Swasiland.

Bei einem Rundgang finden wir in einer guten Wohngegend ein nettes Plätzchen zum Übernachten. Dieses nutzen wir, nachdem wir die direkten Anwohner informiert und diese keine Einwände haben. Kleine Reparatur, Brot backen, Hausarbeiten, Feierabend.

Do 25.1.2018

An der Grenze geht es auf beiden Seiten recht schnell, obwohl Detlef den Zollbeamten zeigen muss, wie die von uns – gemäß Landesvorschrift – mitzuführenden Carnet de Passage zu bearbeiten sind.

Swasiland zeigt sich als kleiner Staat mit einer sehr bergigen Landschaft. Auch die Hauptstadt Mbabane erstreckt sich über viele Hügel.

Im Zentrum der Stadt erleben wir emsiges Treiben, z. B. in den Einkaufszentren.

Die Nacht wollen wir an der Stelle verbringen, an der wir vor der Einfahrt nach Mbabane eine kurze Kaffeepause hatten. Dort angekommen gibt es bei Tageshelligkeit das Abendessen. Kurz vorher kommt ein Polizeiwagen mit einem nicht uniformierten Insassen. Beim Abendessen gehen zwei Männer an unserer Tür vorbei.

Es wird dunkel, wir spüren eine uns unbekannte leichte Bewegung. Detlef geht mit der Taschenlampe raus um nachzusehen. Dabei werde ich von drei Männern überfallen und ein Messer kommt auf mich zu. Die reflexartige Reaktion bringt mir einen kräftigen Schnitt in der Hand ein. Die Männer werfen mich zu Boden und räumen meine Hosentaschen leer, Geldbörse, Handy, …

Petra hat das mitbekommen und schließt alle Fenster und Türen. Später stellen wir fest, dass sie mein Rufen nicht bzw. unverständlich wahrgenommen hat. So konnte meine Idee, den Angreifern das geforderte Geld aus dem Fenster am Tisch rauszugeben nicht umgesetzt werden. Unser Haus ist also nicht nur stabil, sondern auch relativ schalldicht.

Ein Mann drückt mich mit dem Gesicht auf den Boden. Einer anderer klettert auf das Motorrad am Heck und zerstört die Scheibe teilweise, obwohl Petra mit einem Messer innen sitzt. Durch das Loch spricht der Einbrecher auf sie ein und droht dabei mich umzubringen, wenn sie nicht die Tür aufmacht.

Nachdem Petra gesagt wird, dass ihr nichts passiert, macht sie die Tür auf. Die Räuber räumen fast alle Schränke leer und finden weiteres Bargeld. Danach verschwinden sie in der Dunkelheit einen Abhang hinunter.

Später stellen wir weiteres fest: Fahrerseite Fenster mit großem Stein eingeschlagen und Fahrerkabine komplett durchwühlt. Petras Handtasche mit Handy, Fotokamera, Rucksack und sogar einige Lebensmittel gestohlen ….

Nachdem wir notdürftig aufgeräumt haben, fahren wir zur Polizei und von dort mit einem Polizeiauto zum Hospital. Detlefs Hand wird geröntgt und ein Termin für den nächsten Tag zwecks Operation vereinbart.

Zurück zur einen, dann mit Traphi zu einer anderen Polizeistation. Notdürftiges flicken der kaputten Fenster, dann versuchen wir zu schlafen. Dies gelingt nur teilweise.

Fr 26.1.2016

Aufstehen um 6 Uhr und Fahrt zum Hospital. Dort heißt es für Detlef warten im Krankenzimmer mit 30 Betten. Den meisten Patienten, alles Schwarzafrikaner, geht es gesundheitlich schlechter als mir.  Gegen 11 Uhr komme ich dann in den OP. Erst gegen 15:30 Uhr wache ich aus der Narkose auf. Die beiden zerschnittenen Fingersehnen der linken Hand sind genäht und die Hand dick mit Schiene verbunden.

Petra hat tagsüber – trotz des Traumas der vorigen Nacht – Geld und eine SIM-Card besorgt. Wir sind über den uns verbliebenen Tablet-PC auch wieder mit zuhause in Kontakt. Sie entscheidet sich, zwecks Übernachtung zu einem Hotel in 3 km Entfernung zu laufen. Ergebnis: Ausgebucht.

Sie kommt zurück ins Hospital und schläft auf einer mäßigen Schaumstoffmatratze unter meinem Bett. Dies ist hier in Mbabane offensichtlich nichts Besonderes. Die anderen Mitpatienten werden üblicherweise von Familienangehörigen betreut und oft auch mit Essen versorgt.

Der Schlaf der Nacht ist nicht unbedingt erholsam.

Sa 27.1.2018

Nach der Visite Entlassung und Fahrt zur Polizei, die von uns weitere Informationen erhält. Außerdem erfolgt nun, wie vorher schon mehrfach von den Beamten gewünscht, eine genaue Ortsbesichtigung mit uns. Die erfolgt dann, weitere Erkenntnisse gibt es aber nicht.

Unsere Fahrt geht weiter in Richtung Johannesburg. Wir überqueren am Nachmittag schnell und unproblematisch die Grenze, sicher auch wegen des gut verpackten Armes.

Am Abend kommen wir zu einem Camp, auf dem wir gut eingezäunt übernachten. Mitcamper lassen uns aufs Grundstück, von den Besitzern ist nichts zu sehen.

Der nachzuholende Schlaf wird nun einigermaßen ausgeglichen.

So 28.1.2018

Am Morgen versuchen wir erneut die Besitzer zu treffen und zu zahlen. Kein Erfolg – so machen wir uns trotzdem auf den weiteren Weg. Die überwiegend einarmige Fahrt bringt uns gegen 13 Uhr zurück zu unserem Stellplatz und Startort Twana Lodge.

Die gute Internet-Versorgung lässt weitere Kontakte mit zuhause, aber vor allem auch Informationen zur Medizin (genähte Sehnen in Fingern) und zu Verschiffungsagenturen zu. Daraus ergibt sich die Entscheidung:

Abbruch der Reise und Verschiffung des Fahrzeugs zurück. Die ursprünglich geplante Reise über Mosambik, Malawi, Tansania bis Kenia macht aufgrund der gesammelten Infos keinen Sinn, wenn die Gesundheit im Vordergrund steht.

Der weitere Nachmittag bis zum Abend wird mit der notdürftigen Reparatur der zerstörten Plastik-Heckscheibe genutzt. Bei einbrechender Dunkelheit sind alle Materialien und Werkzeuge verstaut. Wir zwei sind mit dem erreichten Ergebnis der dichten Heckscheibe zufrieden.

Mo 29.1.2018

Am Vormittag und Nachmittag wird gesurft und Personen befragt, um eine neue Seitenscheibe für die Fahrertür zu bekommen. Ergebnis noch unbefriedigend.

Der Fußmarsch zum Einkaufen ergibt Lebensmittelergänzung und Schrauben, um das Heckfenster komplett zu machen.

Wie auch in den vergangenen Tagen ist das Wetter oft stark bewölkt bei Temperaturen von 24 – 28°C. Abends und nachts gibt es teils kräftige Schauer.

Di 30.1.2018

Fahrten von rund 100 km bringen uns zu einer Autoglas-Firma (Pretoria) und zur Mercedes Vertretung (Boksburg / Johannesburg). Dort bekommen wir unsere Scheibe für das Seitenfenster.
Mittagessen (Grillen) auf dem Parkplatz der Vertretung plus eine kleine Reparatur auf dem Dach von Traphi, dann geht es zurück zu unserer Lodge / Stellplatz.

Abends gibt es noch ein interessantes Gespräch mit dem Fahrer eines Overlanders, der Touristen im südlichen Afrika die Schönheiten der Natur zeigt.

Mi 31.1.2018

Vormittags geht die Fahrt zur Autoglas-Firma in Pretoria, wo die Seitenscheibe eingebaut wird und mittags sind wir zurück.

Der Nachmittag ist gefüllt mit intensivem Suchen nach einer schnellen Lösung, um das Auto zu verschiffen, Flüge zu checken und Zwischenübernachtungsplätze in der Nähe von Durban zu finden. Am Abend fällt die Entscheidung zur Fahrt zum Hafen nach Durban, denn ein Autotransportschiff (RoRo) soll am Freitag um 11 Uhr dort eintreffen.

Do 1.2.2018

Ganz früh morgens starten wir südwärts die reichlich über 600 km nach Durban. Unterwegs erhalten wir aus Deutschland die Bestätigung, dass eine Buchung des Schiffes machbar ist.
Gegen 14 Uhr sind wir in einer Agentur, die die Formalitäten zur Verschiffung unterstützen soll. „Die Zeit ist zu kurz, um es zu schaffen“, so die Aussage hier. Es ist eine penetrante Argumentation von Detlef nötig, um die Zuständigen doch zur Arbeit zu bewegen, was schließlich gelingt. Es bleibt Unsicherheit, da wir nicht sicher sind, ob der Zoll am nächsten Tag unser Auto aufs Schiff lässt.

Wir schaffen es abends in einem geschützten Camp unter schwierigen Bedingungen den Flug zu buchen (u. a. fehlendes Handy zum Erhalt der mobilen TAN).

Fr 2.2.2018

Früh morgens sind unsere Koffer gepackt, als wir wieder vor der Agentur stehen. Es dauert einige Zeit, bis wir schließlich mit zwei Mitarbeitern zum Zoll fahren und die Freigabe erhalten. Nach weiterem nervigen Warten, einer pustenden Alkoholkontrolle bei der Einfahrt ins Hafengelände, können wir schließlich Traphi abgeben. Wir können unser Schiff „Glovis Sirius“, welches unter der Flagge der Marshall Inseln fährt, mittags in den Hafen einlaufen sehen.

Als in der Agentur die Koffer geholt werden, stürzt Detlef, es macht „Knack“ und die Sehnen der beiden Finger sind wieder gerissen.

Ab dem Nachmittag liegt – bei trübem Wetter und etwas Regen – Entspannung im Hotel in der Nähe des Flughafens an.

Sa 3.2.2018

Nach einem Spaziergang am Strand werden wir mittags zum Flughafen gebracht. Über Johannesburg treffen wir am So 4.2.2018 in Istanbul und mittags in Hannover ein.
Nach Besuch des Hospitals in Braunschweig erfolgt am Montag die erneute Operation.
Der erfolgreichen OP wird eine langwierige Reha folgen. Ob ein Reisen wie in der Vergangenheit machbar sein wird, sehen wir später.
Das Eintreffen von Traphi in Bremerhaven wird Mitte März erwartet, nach einem Umweg über Uruguay.

Man hat das Leben – selbst in der Hand!

Bereich der Nordtour in Südafrika

Tour Teil 1

Von Botswana (Gaberone), Grenze zu Simbabwe, …

Tour Teil 2

üer Krüger Nationalpark bis Pretoria

Zusammenfassung nördliches Südafrika

Wir bewegen uns in einem Teil Südafrikas, der von Reiseführern wenig abgedeckt wird. Oft fahren wir ohne detaillierte Vorinformationen in neue Gebiete.

Es gibt sehr viele private Game-Farms („Wildgehege-Bauernhof“), alle über viele Kilometer eingezäunt. Auf einer übernachten wir.

Wetter:

Bei unserem Aufenthalt ist es meist angenehm warm. In der Stadt Thabazimbi gibt es unwetterartige Gewitter. Sogar wenige Tage mit ungewohnter langer Hose, Sweatshirt und sogar leichter Heizung im Fahrerhaus erleben wir. Es ist die beginnende Regenzeit, die auch Nieselregen bietet.

Regenzeit – hier im Makarele Nationalpark

Nationalparks:

Krüger National Park etwa so groß wie Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz und der kleine Marakele Nationalpark werden besucht. Im Dorndraai Dam Nature Reserve stehen wir am Stausee an einer Bucht für uns ganz alleine.

Eine Bucht am Stausee für uns

Es müssen auch einmal dickere Äste abgesägt werden, um weiter zu kommen.

Überall sehen wir viele Tiere, auch aus sehr kurzer Entfernung:
Elefanten (mit kleinem Nachwuchs),

Kudus, Giraffen, Gazellen, Geier, Büffel, Schimpansen, Schildkröten, Flusspferde, Nashörner, Giraffen und natürlich massenhaft Springböcke. Affen (Meerkatzen / Baboons) versuchen uns zu ärgern. Kleine Tierchen sowie Bäume und Pflanzen liefern viele

beeindruckende Ansichten.

Straßen und Stellplätze:

Ab und zu gibt es Wellblech, wo wir kräftig durchgeschüttelt werden. Die meisten Straßen sind glatter Asphalt.

Autobahn nach Pretoria

Es gibt auch mal schlammige Straßen in der beginnenden Regenzeit.

Übernachtung an der Straße: Sicherheitsdienst und Polizei „kümmern“ sich um uns.

Stellplätze direkt vor einem Gefängnis und direkt auf Gelände einer Polizeistation.

 

 

Weitere besuchte Orte:

Im Ferienzentrum in Bela-Bela (Warmbaths) schwimmen im warmen mineralischen Wasser und als Ältester auf der Wasserskianlage fahren.

In Mokopane haben Termiten ihren Hochzeitsflug. Sie verlieren die Flügel und paaren sich, legen Eier und sterben dann. Wir finden Massen von Flügeln und toten Tieren.

Wandern in die Schlucht des Blyde River: Wasserfälle, Pflanzen und Bäume in atemberaubender Vielfalt, steile und seltsam geformte Felsstrukturen, Vögel in vielen Formen, Größen und Farben, bunte Echsen, sowie Käfer, Libellen,

Schmetterlinge …

Im Naturpool zum kleinen Wasserfall schwimmen, einfache Kletterpartien.

Wir erleben Berge bis zu 2200 m hoch, mit schönen Einblicken in grüne Täler (Marke „Schwarzwald“) über eine Höhe von 1300 m.

Bei Besuch in Höhlen, wo Wissenschaftler Knochen einer Riesenhyäne, eines Riesenpferds aber auch Gebeine von Urmenschen fanden. Dabei geht die Fahrt abenteuerlich eng am Abgrund des bergigen Geländes.

Am Aussichtspunkt „God’s Window“ werden jedoch die Vorhänge in Form von Wolken „vom Chef“ nicht beiseitegeschoben.

Vorkommnisse:

Blattfeder der Hinterachse gebrochen.
Es gibt neuen Reifen.
Viel Hin und Her zu unserem Rückflug nach Deutschland.

Parken vor Abflug in der Nähe von Pretoria an einer „ruhigen Stelle“ auf der großen Wiese.

 

Tagebucheinträge

Fr 24.11.2017

Am späten Nachmittag sind wir von der botswanischen Grenze auf der Wellblechpiste noch eine gute weitere Stunde in Südafrika unterwegs. Das Fahrzeug ist am Straßenrand abgestellt, da werden wir von einem Südafrikaner eingeladen auf seiner Game-Farm („Wildgehege-Bauernhof“) zu übernachten.
Dies tun wir gerne und werden abends vom Besitzer und seinen Gästen sehr nett aufgenommen, bei Wein und Bier sowie dem Probieren von südafrikanischen Wildspezialitäten. Wir erfahren viel Neues über das Leben in Südafrika, den Reisemöglichkeiten hier sowie im östlichen Afrika bis hoch nach Kenia. Dies wird uns bei weiteren Reisen sicher noch hilfreich sein.
Um 21 Uhr ist es windig und kalt geworden (18°C) und wir ziehen uns frierend in unseren Bereich zurück.

Sa 25.11.2017

In der Nacht gibt es Gewitter, es regnet recht lang, was den Besitzer der Farm natürlich sehr freut.
Von diesem verabschieden wir uns am Vormittag und nehmen neben vielen Informationen auch den Eindruck mit, mit einem sehr vielseitig interessierten und begabten Südafrikaner einen herzlichen Kontakt gehabt zu haben. Danke, Brian.

Auf der Weiterfahrt, erst über Piste dann über glatte Teerstraße,

Personentransport, meist schwarze Arbeiter

kommen wir bei stark bewölktem Himmel und für uns eher kühlen Temperaturen in die Stadt Thabazimbi. Schon vor Erreichen der Stadt fallen uns die „seltsamen“ Berge / Hügel auf. Hier baut ein indischer Konzern Eisenerz im Tagebau ab. Dies zeigt sich dann auch im Ort an roter Erde, aber auch an dem relativen Reichtum der Bewohner.
Wir erreichen mittags nach Stöbern im Einkaufszentrum unser Auto auf dem Parkplatz noch rechtzeitig, bevor unwetterartige Gewitter über uns hereinprasseln, begleitet von heftigen Sturmböen. Es gießt, als wenn jemand seine sehr vollen Regentonnen über uns ausschüttet. Dies hält stundenlang an.
Das ist dann die beste Gelegenheit Tagebuch auf Stand zu bringen und den Reiseblog vorzubereiten.
Die Nacht am Einkaufszentrum wird nur wenig von der Musik der Feiernden auf dem Nachbargrundstück gestört.

So 26.11.2017

Sonntagsfrühstück, dann sind wir nach wenigen Minuten am Marakele Nationalpark. Ein kleinerer der vielen in Südafrika. Eintritt für uns als Inhaber der „Wild Card“ frei, Camping pro Nacht etwa € 15,-. Es geht kreuz und quer durch den Park. Es gibt für uns wieder enge Stellen zwischen den Bäumen. An einer Stelle muss der Fahrer aufs Dach und ein paar dickere Äste absägen, um weiter zu kommen. Wir sehen wieder etliche Tiere, wie Springböcke, Gnus, Kudus, eine Wasserschildkröte, …

Besuch und Wettlauf mit Strauß

Mittag machen wir an einer Picknickstelle im Park.
Am Nachmittag sind wir auf dem Camp, der eine gute Aussicht auf Tiere und saubere praktische Sanitäreinrichtungen bietet. Sogar einen guten Mobilfunkempfang haben wir; so schafft es Detlef den Botswana-Blog am frühen Abend ins Netz zu stellen.
Das Lagerfeuer mit dem vorhandenen halben Baumstamm brennt so gut, dass wir später als sonst ins Bett kommen.

 

Mo 27.11.2017

Das Auto ist innen geputzt, die Bewohner frisch, so machen wir erst nachmittags eine Tour durch den Park. Diesmal eine andere Ecke. Hier ist es bergig und wir genießen die Landschaft, obwohl es immer mal wieder etwas regnet. Elefanten mit kleinem Nachwuchs, Kudus, Springböcke, Gnus sind in Sichtweite. Am Ende der Tour auch eine Giraffe direkt neben uns.
Die Berge sind mal in abwechslungsreiche Wolken gehüllt, mal von der Sonne angestrahlt. Wir genießen den Blick in die Bergwelt mit den vor uns liegenden Tälern.
Wir verlassen den Nationalpark und fahren Richtung Bela-Bela. Das Navi lenkt uns auf eine Piste mit heftigstem Wellblech. So werden wir auch bei geringer Geschwindigkeit gut durchgeschüttelt, ohne schnell voran zu kommen. Die Piste ist rechts und links von Zäunen umgeben. Wir finden nur an einer Einfahrt zu einem der riesigen, mit Zäunen eingefassten Grundstücke, einen Platz zum Übernachten, in leicht schräger Lage.
Es ist Schlafenszeit, da hält neben uns ein Auto, Sicherheitsdienst, der Mann meldet sich aber nicht bei uns. Eine geraume Zeit später taucht der Chef des Fahrers – ein Weißer – mit einem zweiten Auto auf. Dieser spricht uns an und erklärt, dass es hier nicht sicher sei, es gäbe hier Wilderer. Ich erkläre ihm, dass ich keine Elfenbeinzähne habe und von daher keine Angst haben muss. Nach kurzem Hin- und Her gibt er auf, wir bleiben stehen. Frans, der Sicherheitsmann würde mit für unsere Sicherheit sorgen, so der Spruch des Chefs.
Wir schlummern gerade im Bett, da hupt es. Polizei, der ich erkläre, dass der Sicherheitschef doch die Polizei schon über die Lage informiert hätte. Woher ich dies wüsste, na vom Sicherheitschef. Die Polizisten ziehen von dannen. Nun endlich können wir ungestört einschlafen.

Di 28.11.2017

In der Nacht hat es geregnet, wir fahren über pampige Straßen in den Ort Bela-Bela. Superspar finden wir schnell, ist aber geschlossen, da er ausgebrannt ist. Also schauen wir uns in anderen Geschäften um.
Die Stadt hat für uns eher einen afrikanischen Charakter mit wenig europäischem Einfluss. Bei angenehmer Temperatur erkunden wir die Stadt, die sogar eine Moschee hat, von der wir abends den Muezzin rufen hören – seit sehr langer Zeit mal wieder.
Wir fahren das Ferienzentrum Warmbaths mitten im Ort an und stellen uns dort auf den Campingplatz. Es ist recht günstig in dieser Nebensaison mit vielen Wasser- und Schwimmangeboten inklusive. Es wird nun eher ruhig, nachdem die Tagesgäste am späten Nachmittag raus sind. Die Anlage ist riesengroß, umfasst Ferienhäuser (Chalets), ein Hotel, einen großen Campingplatz, Teiche, große schattenspendende Bäume und Sportanlagen.

Mi 29.11.2017

Das ausführliche Frühstück ist beendet, wir nutzen als erstes den großen Pool, der mit warmen mineralischen Wasser gefüllt ist.

Große Düsen massieren den vom Fahren verspannten Rücken, ein Becken über dem Großen mit Düsen (Jacuzzi) nutzen wir nur kurz. Die Zeit vergeht schnell bei idealem Wetter mit viel Sonne und um die 25°C.
Die günstige Waschmaschine wird für unsere Wäsche genutzt und ist – auch ohne Trockner – auf der Leine in kürzester Zeit wieder trocken.
Nach dem „sonntäglichen“ Mittagessen steht Wasserski an. Detlef hat die gesamte Wasserskianlage für sich allein für eine intensive halbe Stunde und das zu einem wirklich attraktiven Preis. Die Runden am Seil sind schnell um. Lt. dem Bediener der Anlage wird ein neuer Rekord aufgestellt: Detlef ist der bisher Älteste auf der Anlage, ein Jahr älter als der bisherige Rekordhalter.

Wir fahren knapp 30 km in den nächsten kleinen Ort mit dem schönen Namen Modimolle. Stellplatz nehmen wir auf einem grünen parkähnlichen Grundstück und kochen für den nächsten Tag vor. Die Stadt dürfte so um die 13-14.000 Einwohner haben und bietet etliche für uns gute Einkaufsmöglichkeiten, die wir aktuell jedoch nicht nutzen müssen.
In der Nacht regnet es wieder kräftig, wir haben schließlich Regenzeit hier.

Do 30.11.2017

Am Vormittag fahren wir ca. 50 km weiter in das Dorndraai Dam Nature Reserve. Wir haben keine Informationen aus dem Reiseführer darüber, außer dass wir es auf der Karte gesehen haben. Die Entscheidung es dort zu versuchen entpuppt sich als ein Glücksfall. Der Park ist für unsere Vorstellungen ein idealer Platz. Wir stehen an einem Stausee an einer Bucht für uns ganz alleine. Am Stellplatz, einer von 80 vorhandenen und außer unserem unbelegten, haben wir Strom und Wasser. Wir können im Stausee schwimmen, das gefällt uns neben der schönen Landschaft am besten. Das Wasser ist klar und erfrischend beim Schwimmen durch die Bucht. Die nächsten Leute, Angler sind Luftlinie etwa 3 km entfernt. Nur selten bewegt sich ein Boot in der Ferne.
Es gibt viele verschiedene Vögel zu sehen und vor allem zu hören. Warzenschweine, Zebras

und auch ein Kudu sind in der Nähe. Nur die Affen (Meerkatzen / Baboons) versuchen uns zu ärgern. Während wir schwimmen durchsuchen einige unsere offenstehende Außenküche, finden aber nichts Interessantes und hinterlassen nur einige verstreute Sachen. Die neugierigen und nervenden Gäste müssen immer mal wieder vertrieben werden.

Affen – hier im Krügerpark

Das Lagerfeuer am Abend hält eine ganze Weile. Wir hören und sehen ein paar Tiere in der Dämmerung. Wer das Fluggeräusch über uns macht, können wir allerdings nicht sehen.

Fr 1.12.2017

Statt der gedachten Wanderung auf einen der Hügel (Mobilfunkverbindung im Camp gleich null und auf dem Hügel könnte es besser sein) gehen wir am Stausee entlang. Die Wege auf die Hügel sind so stark zugewachsen, dass es zu mühselig wäre hinaufzukommen. Wir kommen vorbei an weiteren leeren Campingbereichen und den schon aus der Entfernung beobachteten Anglern.

Glänzende Käfer am Dung (vom ??)

Echse im Marakele Park

Schwimmen gibt es nach der Rückkehr nach dem Mittagessen im klaren Stausee.
Die Fahrt nach Mokopane nach Norden ist etwa 40 km. Auf dem Weg müssen wir über eine Lkw-Waage und unsere Papiere werden von der Polizei überprüft. Etwas Einkaufen in der quirligen, eher typisch afrikanischen Stadt, dann finden wir unseren Stellplatz in Mokopane in der Nähe des Krankenhauses. Internetempfang ist wieder gut, so können wir über die nächsten möglichen Ziele Informationen abrufen und auch Deutschlandfunk hören.

Sa. 2.12.2017

Morgens lernen wir einen netten Einwohner aus Mokopane und Mitglied der exotischen Kirchengemeinde, auf dessen Parkplatz wir übernachtet haben, kennen. Auslöser ist unsere Betrachtung von Termiten, die am Vorabend Ihren Hochzeitsflug hatten. Eine gigantische Anzahl von Termiten verliert gleich nach dem Hochzeitsflug die Flügel, die Tiere paaren sich, legen Eier und sterben dann. Wir können Massen von Flügeln und toten Tieren finden. Der nette Herr zeigt uns Termitenhügel, wie sie gebaut werden, welche riesigen unterirdischen Gänge sie bauen – nämlich Fußballfeld groß – und erklärt, dass der Hochzeitsflug nach ersten Regenfällen auf unerklärliche Weise gestartet wird, Milliarden von Termiten auf einmal.

Heuschrecke am Dorndrai Damm – ein Bein fehlt

Unsere Vormittagsfahrt führt uns nach Norden, wo wir einem Hinweisschild zum Makapan Tal folgen. Es handelt sich hier um ein UNESCO Weltnaturerbe. Wir bekommen einen Führer, mit dem wir im Auto zu den Höhlen fahren. Es sind Höhlen, in denen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Kalk abgebaut wurde.

Höhle mit Gleisen für Loren

Hier fanden Wissenschaftler später Knochen einer Riesenhyäne, eines Riesenpferds aber auch Gebeine von Urmenschen. Er erklärt wie sich die Höhlen gebildet haben, wie Kalk abgebaut wurde, geschichtliche Hintergründe zu Kämpfen zwischen den holländischen Vortrekkern und dem Volk der Ndebele und etliches mehr. Er beschreibt alles sehr anschaulich und interessant.

Höhle mit Einsturzdoliene (Loch in der Decke)

Zur letzten der drei zu besichtigenden (von insgesamt 72) Höhlen, müssen wir abenteuerlich eng am Abgrund des bergigen Geländes, jedoch auf sehr festem Untergrund den Berg hinauffahren. Ein insgesamt sehr lohnenswerter, schöner, ungeplanter Trip.

Am Nachmittag fahren wir in die weiter nördlich gelegene Stadt Polokwane, in der wir uns in einem kleineren und einem sehr großen Einkaufszentrum umsehen und Vorräte ergänzen.

Es weihnachtet in Polokwane

Abends finden wir eine recht ruhige Stelle an einer Seitenstraße.

So 3.12.2017

Die Vorverlegung unseres gebuchten Rückfluges um einen halben Tag erfordert von uns einige Telefonate und das Schreiben von etlichen E-Mails. Es vergeht viel Zeit für diese Aktionen, da das Telefonieren über Skype oft abbricht oder keine Verbindung nach langer Warteschleife zustande kommt. Eine Klärung kann trotzdem noch nicht erreicht werden.
Mittag gibt es unter einem schattigen Baum abseits des großen Einkaufzentrums.
Am Nachmittag fahren wir erst den internationalen Flughafen, dann einen kleinen Flugplatz in Polokwane an. Hier treffe ich den netten Leon, der hier sein Flugzeug stehen hat. Mit ihm habe ich einen interessanten Austausch über das Fliegen in Deutschland und in Südafrika. Leon erlaubt uns auf dem Flughafengelände unter einem großen Baum zu stehen und hier zu übernachten. Wir beobachten das Starten und Landen von einer kleinen Maschine.

Mo 4.12.2017

In der Nacht hören wir Schritte auf dem Dach. Es sind weder Menschen noch Tiere, sondern Äste und harte Früchte, die die Geräusche bei Windstößen machen. Ein nächtlicher Spaziergang aufs Dach klärt dies auf.
Unsere heutige Planung, das Motorrad reparieren zu lassen, schaffen wir nicht. Dafür bekommen wir bei einer Tupperware-Firma gratis im Umtausch für den defekten einen neuen Deckel für unsere Salzdose.
Außerdem wird in einer anderen Firma der Flüssiggastank komplett mit Gas gefüllt, dank eines sehr kompetenten Mannes. Der sieht auch, dass unsere Feder an der Hinterachse gebrochen ist und zeigt uns auch gleich eine kompetente Firma. Die kann uns leider nicht sofort helfen, verspricht aber uns anzurufen, sobald dies möglich ist.
Bei einer Reifenfirma frage ich nach neuen Reifen, denn unsere sind ca. 80 – 90.000 km gelaufen und oft mit wenig Luft durchgewalkt worden. Bei akzeptablem Peis fahren wir, nach unserem Mittagessen im Park der Stadt, erneut dort hin. Nach rund 4 Stunden sind neue Reifen auf Traphis Felgen und das Reserverad hat den in Namibia gekauften Reifen. Dazu müssen Motorrad und Reserverad vom Heck runter und natürlich auch wieder hoch.
Den Abend verbringen wir an der gleichen Stelle wie schon am Samstag. Hier muss erneut ein E-Mail geschrieben werden, um zu klären, dass wir unseren Rückflug von Windhuk nach Frankfurt mit Zubringer von Johannesburg aus erreichen.

Di 5.12.2017

Im Einkaufzentrum erledigen wir kleine Einkäufe und Geldumtausch in US-Dollar. So umständlich und langwierig haben wir lange kein Geld getauscht, was vermutlich an der unerfahrenen oder unsicheren Bedienung lag.
Wir fahren zur Werkstatt, die uns die Blattfeder der Hinterachse reparieren soll. Die hat nach wie vor keine Kapazität. Es ergibt sich jedoch glücklicherweise noch die Möglichkeit, die Feder in einer anderen Werkstatt auszubauen, dem Fachbetrieb anzuliefern und dann wieder in der ausbauenden Werkstatt einzubauen.

Dies läuft über rund 5 Stunden zu einem akzeptablen Preis.
Wir können endlich Polokwane verlassen und fahren Richtung Norden bis in die Stadt Louis Trichard (Makhado). In einer Sackgasse finden wir einen akzeptablen Platz zum Übernachten. Detlef klärt bei einem kurzen Fußmarsch, dass wir an einem Gefängnis stehen. Kein Problem für uns, da fühlen wir uns sicher. Nach ca. 10 min. kommt eine kleine Abordnung der Wärter und will uns erklären, dass wir sicherer an einer Polizeistation und einer „garage“ (Werkstatt) stehen sollten. Dort gäbe es auch viele andere Lkws. Das gefällt uns gar nicht (wegen der Lautstärke). Es gibt ein wenig Hin und Her, dann kommt die Rückzugsidee der Dame im Quartett, dass der Manager zu entscheiden hätte, ob wir hier stehen und übernachten dürften. Dieser taucht natürlich nicht mehr auf.
Brotbacken, Klärung des geänderten Rückfluges mit der dazugehörigen Änderung des Bahntickets sowie Planungen für die nächsten Tage beschäftigen uns, bevor wir uns in unsere Koje legen.

Mi 6.12.2017

Heute geht es rund 100 km nach Simbabwe zur Grenze. Dies ist nötig, damit unser Auto legal in der Südafrikanischen Union bleiben darf, wenn wir in2018 es dort wieder abholen und nutzen möchten.
Es geht über Lkw-Waagen, durch Aus-/ Einreise- und Zollbüros, Südafrika und Zimbabwe mit vielem Hin- und Her und etlichen Zahlungen für Visa, Bearbeitungsgebühren, Straßenbenutzungsgebühren. … Dies führt zu einem „grenzenlosen Vergnügen“, das insgesamt ca. 4 Std. dauert.
In Zimbabwe – gleich im Ort hinter der Grenze – gibt es etwas Nervenberuhigung beim Mittagessen.
Kurz danach geht es zurück mit etwas weniger stressigem Procedere als am Vormittag. Gegen 16:30 Uhr ist alles erledigt, das Auto ist nun theoretisch bis Ende 2018 wieder legal in Südafrika.
Leider können wir die bergige Landschaft, durch die wir tagsüber fahren, nicht so genießen, wie wir es gern tun würden. Am Vormittag fahren wir durch leichten Nieselregen, an der Grenze ist es schwül warm und abends beginnt es zu nieseln. Es ist dunkel, als wir am Abend wieder zurück am Übernachtungsplatz sind, von dem wir morgens gestartet sind.

Do 7.12.2017

Es regnet die ganze Nacht durch bei leichtem bis mittlerem Niesel. Wir fahren weiter in bergiges Gebiet, auch hier Nieselregen. Temperaturen morgens kalte 15°C, die mittags bis auf gerade 18°C steigen. Ungewohnt mit langer Hose, Sweatshirt und sogar leichter Heizung im Fahrerhaus.
Mittags geht es über die Stadt Tzaneen mit Einkauf und kleiner Rundfahrt weiter in die Berge, die im Reiseführer Escarpment und auf der Karte Drahensberge genannt werden. Die Berge sind bis zu 2200 m hoch, unsere Fahrt führt mit schönen Einblicken in die grünen Täler über eine Höhe von 1300 m. Alles ist grün, vermutlich dank der Regenzeit, die uns nun mit Nieselregen und voll bedecktem Himmel den ganzen Tag begleitet.
Wir suchen Aussichtspunkte, die im recht alten Reiseführer beschrieben sind. Die gibt es, allerdings sind die nun in einem umzäunten privaten Gebiet.

Landschaft am Escarpment

Hier werden Lodges (gute Unterkünfte) und auch ein Campingplatz angeboten. Alles gut ausgestattet und gepflegt zu einem annehmbaren Preis. Also bleiben wir und freuen uns über unsere warme trockene Wohnung im Vergleich zu den südafrikanischen Campern im Zelt.

Fr 8.12 2017

Ideale Temperatur zum Wandern in die Schlucht des Blyde River bzw. seines Nebenflusses. Eine enge Schlucht, die wir von beiden Seiten her bewandern. Für uns ein absoluter Höhepunkt die Vielfalt zu erleben.

Wasserfälle, Pflanzen und Bäume in atemberaubender Vielfalt, steile und seltsam geformte Felsstrukturen,

Vögel in vielen Formen, Größen und Farben, Echsen bunt, groß und klein, Käfer, Libellen, Schmetterlinge …. Die Tour entschädigt für die nervenaufreibenden Tage in der Woche zuvor.
Wir wandern sehr interessante und abwechslungsreiche Stunden. Detlef kann im Naturpool zum kleinen Wasserfall schwimmen.

Durch Gestrüpp,

durch enge Überwege, schmale Stege zum Überqueren des Flusses, einige einfache Kletterpartien, wandern wir an tiefen Abgründen;

es macht einfach Spaß und überrascht nach jeder Wegbiegung wieder neu mit herrlicher Aussicht. Dabei begegnen wir über die gesamte Zeit zwei Grüppchen mit vielleicht 7 Personen.
Die Geräuschkulisse ist an manchen Stellen ohrenbetäubend, Grillen fast so laut wie ein startendes Düsenflugzeug. Wir kommen dabei auch ans Ende der Welt, „Worlds End“, ein Felsen, der über dem Abhang thront, vom dem man einen Superblick auch auf die „Three Rondavels“ hat, Felskuppen die aussehen wie drei riesengroße Rundhütten.

Nach der Rückkehr schwimmen wir im relativ großen Swimmingpool der Anlage, duschen warm (denn es ist mit 21 °C vergleichsweise kühl), grillen zum Abendessen.
Anschließend tauschen wir Informationen und Erfahrungen mit unseren Schweizer Nachbarn aus, die einen Camper gemietet haben und damit mehrere Monate unterwegs sein wollen.

Sa 9.12.2017

Es geht weiter durch die bergige Landschaft am Blyde River Canyon, wo weitere Felsformationen das Bild abrunden.
Weiter oben in ca. 1600 m kommen wir zu „God’s Window“, der jedoch die Vorhänge in Form von Wolken nicht beiseiteschieben will. Wir fahren durch aufliegende Bewölkung im Nebel.
Mittag gibt es im Ort Graskop , ein sehr touristisch geprägter Ort, in den Südafrikaner, meist Weiße, reisen.
Weiter in den Bergen finden wir den MacMac Wasserfall, der an diesem Samstag ein Anziehungspunkt für etliche Besucher ist. Dieser liegt in einer dem Schwarzwald ähnlichen Landschaft.

Dazu passend kann man z. B. in Graskop Schwarzwälder Kirschtorte kaufen, plakatiert sogar in deutscher Sprache. Die Holzwirtschaft ist in dieser Gegend ein ganz bedeutender Faktor neben den vielen Gemüsefarmen. Das reichlich vorhandene Wasser lässt alles in schönstem Grün erblühen.
Über den Ort Sabie gelangen wir nach Hazyview. Hier gibt es für uns, nach einigem Rangieren, den sicheren Stellplatz direkt auf Gelände der Polizeistation des Ortes.

So 10.12.2017

An einem der Tore des riesigen Krüger National Parks sind wir gegen 9 Uhr. Der Park ist lt. Beschreibung der Verwaltung über 400 km lang in Nord-Süd-Richtung. Er ist etwa so groß wie Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz. Am Gate erzählt der Zuständige in der Rezeption, dass kein Camp frei wäre, wenn man nicht vorher reserviert hätte. Erst beim zweiten Anlauf mit Nachfragen stellt sich heraus, dass es in etlichen der Camps freie Plätze gibt und man dort vor Ort buchen kann.
Also fahren wir zum Skukuza-Camp im Süden des Krüger-Parks. Unterwegs buchen wir schon die zweite Nacht im Camp Crocodile Bridge per Internet. Skukuza kann am heutigen Tag nicht mehr per Internet gebucht werden.
Mittags sind wir in Skukuza-Camp. Am Stellplatz müssen wir aufpassen, dass die Meerkatzen (Baboons) uns nichts vom Essen stehlen.
Am Vormittag und am Nachmittag sehen wir sehr viele Tiere wie Elefanten, Kudus, Giraffen, Gazellen, Geier, Büffel, Schimpansen, Schildkröten, Flusspferde, …

Springböcke (Gazellen) in riesiger Zahl

Wir sind fast den ganzen Tag bei für uns angenehmen Temperaturen und bedecktem Himmel unterwegs. Der gut ausgebaute Park hat viele Teerstraßen. Wir nutzen aber auch Schotterstrecken, die überwiegend gut sind. Nur an manchen Stellen schüttelt uns das grobe Wellblech kräftig durch. Es fahren im Park (es ist ja Sontag) relativ viele Autos, die Tiere scheinen daran aber größtenteils gewöhnt zu sein. Wir sehen die Tiere direkt auf oder neben der Straße in kurzer Entfernung.
Als wir abends im Camp sind und Essen für den nächsten Tag bereiten, regnet es leicht.

Mo 11.12.2017

Auch morgens nieselt es noch.
Später haben wir bedeckten Himmel bei knapp über 20°C, fühlt sich echt kühl an. Im Krüger-Park geht es Richtung Süden. Wir machen heute ca. 75 km. Es gibt Tiere zu sehen, viele die wir schon hatten. Neu ist die Begegnung mit Nashörnern (Rhinozerosse sind sehr bedroht),

die massig neben der Straße wirken. Aasgeier finden ein „Leckeres Essen“, bei dem wir ihnen zuschauen können.
Im Camp an der „Crocodile Bridge“ haben wir zum Übernachten einen kleinen Platz, zumindest für südafrikanische Verhältnisse.

Di 12.12.2017

Es geht entlang der Südgrenze des Parks, der durch den Crocodile River markiert wird.

Elefanten erleben wir in sehr großer Zahl, als Einzeltier (meist Bullen), als kleine Familie oder als große Herde. Im Abstand von 2 – 3 Metern bedient sich ein kräftiger Jungbulle am Geäst eines Baumes, für uns hautnah.

Giraffen in größerer Zahl und natürlich massenhaft überall Springböcke (Gazellen) haben wir vor oder neben uns.
Einen Elefantendungkäfer, eins von Detlefs Lieblingstieren, können wir beobachten, wie er den Kot des Elefanten als Kugel rollt. Diesmal sogar mit einem Käfer auf der Kugel, Taxifahrt auf Art von Dungkäfern – echt lustig anzusehen.

Am späten Nachmittag finden wir in der Nähe von Nelspruit (offiziell Mbombela) einen Übernachtungsplatz über der Stadt.

Ein schöner Ausblick und ein Wasserbehälter in Form eines Fußballs erinnert, dass hier Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2010 ausgetragen wurden. Eine Stadt mit 60.000 Einwohnern (lt. Wikipedia) und einem Stadion für 40.000 Zuschauer.

In der Nacht regnet es; die Regenzeit im südlichen Afrika hat uns voll erreicht. Sie dauert üblicherweise von Ende November bis Februar.

Mi 13.12.2017

Der regnerische Vormittag ist gefüllt mit Besuch eines Einkaufszentrums, Gesprächen mit netten Passanten (Südafrikaner, auch deutschsprechende) über Reisen und Leben für Südafrikaner sowie Außenspiegel reparieren.
Die Fahrt nach Middleburg über rund 200 km Richtung Westen geht zum größten Teil über eine mautpflichtige Schnellstraße. Sie bringt uns in Höhen von bis über 1900 m. Ein Teilstück fahren wir über eine kleinere Straße, die auch prompt heftige Schlaglöcher aufweist.
Der Ort Middleburg ist mit 80.000 Einwohnern (lt. Wikipedia) größer als erwartet. Wir finden ein akzeptables Plätzchen für unser „Wohnklo mit Kochnische“ in einer ruhigen Sackgasse mit guten Wohn- und Geschäftseinheiten.

Do 14.12.2017

Im Umfeld des Ortes Middleburg gibt es Bergwerke, die im Tagebau Eisenerz abbauen. Die Gegend ist deshalb vergleichsweise reich, erkennbar an der guten Infrastruktur mit Straßen, Parks, schönen Häusern.


Nach 130 km Fahrt über die Autobahn sind wir am Vormittag in der Nähe von Pretoria.
Ein kleiner Einkauf, dann können wir in der Twana Lodge parken, wie wir dies im Vorfeld per E-Mail abgeklärt hatten. Wir stehen am Tag und die erste Nacht unter einem großen schattenspendenden Baum. Es ist mit ca. 29 °C warm, aber nicht zu heiß. Der Tag vergeht schnell mit aufräumen, putzen, defekte Solarpanele abbauen, Auto waschen. Die Lodge und der dazugehörige Campingplatz werden von einem Holländer Paar gut geführt.Hier werden wir Traphi beruhigt stehen lassen können, zu einem akzeptablen Preis.

Fr. 15.12.2017

Traphi wird an eine „ruhige Stelle“ auf der großen Wiese geparkt und mit einem Tarnnetz der Bundeswehr etwas vor intensiver Sonneneinstrahlung geschützt. Diese ist heute allerdings sehr gering, da wir bedeckten Himmel bei ca. 24°C haben.
Letztes Mittagessen, dann werden wir am Nachmittag zum Flughafen (ca. 60 km) gebracht. Der korrigierte Flug von Johannesburg nach Windhuk ist pünktlich.
In Windhuk wollen wir die avisierte Hotelübernachtung mit Air Namibia klären, da bekommen wir die Chance den heute Abend abgehenden Flug nach Frankfurt zu bekommen. Das nehmen wir an, wenn auch unsere gebuchte Bahnfahrt in Deutschland das zweite Mal storniert werden muss.

Sa 16.12.2017

Ankunft in Frankfurt bei Kälte, mittags sind wir zuhause.

Botswana – ZUSAMMENFASSUNG (für Schnellleser)

Land BOTSWANA (hochoffiziell auf deutsch BOTSUANA):

Fast sechsmal so groß wie Deutschland, mit knapp über 2 Mio. Einwohnern (halbes Berlin) ergibt DREI Leute auf den Quadratkilometer. Also für uns stundenlanges Fahren ohne Menschen oder Autos zu sehen.
Politisch recht stabil, so gut wie keine Korruption (bzw. ähnlich unauffällige wie in Deutschland?).
Das Land ist relativ reich, Einkommen aus Bergbau, vorwiegend Diamanten, sowie Tourismus. Der Tourismus ist sehr stark auf Luxustouristen eingerichtet, die per Flugzeug auf den isolierten Landepisten in den vielen Nationalparks landen, dort in edlen luxuriösen Unterkünften wohnen und extrem personalintensiv betreut werden. Preise von US$ 300,- bis 1500,- pro Person und Nacht sind das Ergebnis. Bedeutet für uns hohe Campingkosten (man MUSS in Parks auf Camps) von US$ 60 – bis US$ 100,- plus Fahrzeug pro Tag (für uns geschummelt, € 80,- pro Tag, kleinere Fahrzeuge € 4,-)

Niemand in Botswana hungert, sehr viele neue Schulen, …

 

Unsere Route (grob vereinfacht):

Grenzübergang Ngoma, Kasane, Kazungula, Victoria Falls (Zimbabwe), Kasane, Chobe Nationalpark mit Region Savuti, Zentrum des Tourismus: Stadt Maun, an den Rand der Central Khalahari, an die Salzpfannen des „Makgadikgadi Pans National Park“, Francistown, einen nicht gefundenen Krater, eine enge Schlucht mit Namen Moremi Gorge, Hauptstadt Gaborone und Umgebung, zur Grenze nach Sikwane.

Grobübersicht der Tour

 

Wetter:

Temperaturen im Tagesmittel um die 36°C, Nächte selten unter 20°, oft Mitte 20°C bis zu 30° C.
Kaum Wind, manchmal jedoch plötzliche Böen. Es hat während unserer Reisezeit im November, am Beginn der Regenzeit, zweimal geregnet.

Straßen / Pisten:

Sehr gute Asphaltstraßen, die Pisten sind oft wie Grobwellblech, waren aber auch tiefsandig oder Erdpisten mit heftigen Wellen.

Schlafen:
Gut, nach dem wir regelmäßig das Moskitonetz nutzten, jedoch schlecht bei hohen Temperaturen, zugedeckt nur mit Bettbezug. Der selten prasselnde Regen stört kaum, allenfalls einige laute Tiergeräusche.

Reparaturen / besondere Besorgungen:

Die in Namibia beschädigten Halter des Solarpanels musste mehrfach wieder festgeklebt werden. Motorrad: Batterie füllen / laden, Zündschloss reparieren
Batterie für Handy defekt, Neukauf

Aktivitäten:

Bootstour auf dem Sambesi zu Krokodilen,

Lebt es wirklich – unbewegt wie es daliegt?
Gestalt sagt nein – Augen sagen ja

geführte Tour in den Chobe Nationalpark (Game Drive), Campingplatz am Sambesi mit Pool. Infoaustausch mit anderen Reisenden,
Polizeikontrolle in Zimbabwe mit Intensiv-Gespräch wegen fehlendem zweiten Warndreieck. Betrachtung Touristenrummel an den Victoria-Fällen (Hubschrauber, für Wagemutige gibt es Nervenkitzel)
Büroarbeit für Buchungen,
Chobe Nationalpark, Savuti: Beobachtung einer Versammlung von50 Elefanten (Begräbnis oder Besuch eines Sterbenden?).
Eng stehende Bäume zerkratzten Traphi auf

vielen Fahrkilometern.
Nachtaktion mit Dorfpolizist bringt uns zur Polizeistation.
Weg wird zu Fluss, sogar mit Flusspferden.

Kwai River überflutet Straße
im Okavango Delta

In Städten werden Vorräte ergänzt.
„Sunset-Fahrt“ auf dem Fluss im Okavango-Delta mit vielen Vogelarten
Fußmarsch an den „Pfannenrand“ der Suwa-Pan,
Lagerfeuer, Goo Moremi Park mit Leopardenspur

Leopardenspuren
im Goo Moremi

und vielen Kapgeiern.
Gasattacke in Gaborone mit Flüssiggas
Nutzung „Automaten-Waschsalon“


Nette Bekanntschaft mit Life-Demo von Eierschlange und Ameisenlöwe.
Natur

Vielfalt an großen und kuriosen Bäumen (Leberwurstbaum)

Leberwurstbaum
im Camp bei Maun

und Blüten,

Noch etwas blühender Jakaranda-Baum in Gaborone

Dornensamen, die in der Fußsohle oder im Schuh stecken.
Löwen, Krokodile, Nilpferde, eine Vielzahl verschiedener Antilopen, reichlich Elefanten, Schildkröten,

Leoparden-Schildkröten
hier in Savuti

Vögel, Riesentausendfüßler,

Tausendfüßler in der Central Khalahari
Ist fingerdick und ca. 10 cm lang

Ameisen in gigantischer Zahl. …

Flüsse, die allermeisten ohne Wasser

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Tagebuchaufzeichnungen (für Intensivleser)

Fr. 3.11.2017

Um 10 Uhr sind wir an der Grenze. Versicherung und Straßengebühren auf botswanischer Seite zahlen, dann sind wir mittags schon in Botswana, nach 60 km zum Essen unter schattigem Baum gegenüber der Einfahrt zu einer Einfahrt zum Nationalpark Chobe.

Am Tor ist das für uns interessante Büro der Verwaltungen für Nationalparks bis Di 7.11. geschlossen. Wir fahren in die Stadt Kasane, eine vom Tourismus geprägte Stadt im Ländereck von Zimbabwe, Sambia, Namibia und eben Botsuana. Sie liegt am Fluss Sambesi, der eine gewaltige Breite hat. Wie in jeder größeren Stadt liegt hier Einkaufen an. Es ist sehr warm.

Warzenschweine in Kasane überall

Wir bleiben hinter einem Einkaufzentrum wenige Meter vom Fluss und übernachten hier. Ein verbesserter Schlaf – ohne Summen am Ohr- wird weiterhin durch den Schutz des Moskitonetzes ermöglicht. Zudecken nicht nötig, allenfalls gegen Morgen mit einem Bettbezug.

Sa 4.11.2017

Wir fahren am Fluss entlang, halten an einer Stelle, wo eine heiße Quelle sein soll (finden wir nicht), gehen mittags in einem Restaurant Pizza essen und versuchen den Namibia-Blog ins Internet zu bekommen (Teilerfolg).
Am Nachmittag machen wir eine Bootstour auf dem Sambesi. Hier sehen wir Krokodile -vor denen überall gewarnt wird – Elefanten, Kudu, Vögel, Antilopen …. Auch hier beeindruckt uns die Flusslandschaft mit ihren flachen grünen großen Flussinseln.

Hippo vom Boot aus

An riesige Krokodile fährt der Bootsführer ganz dicht heran. Uns kommen Zweifel, ob es sich um ein echtes handelt und nicht um ein Plastiktier. Nur die Augenbewegung des Tieres beseitigt diese Zweifel. Der Sonnenuntergang färbt die Landschaft in ein surrealistisches Licht.

Zurück an Land sputen wir uns zu einem wenig entfernten Übernachtungsplatz zu gelangen – ebenfalls hinter einem Einkaufszentrum.

So 5.11.201

Der Wecker klingelt kurz vor fünf und um sechs sitzen wir auf einem offenen Fahrzeug zur Tierbeobachtung (Game Drive) in den Chobe Nationalpark mit drei anderen Reisenden. Dabei kommen wir ganz dicht an Kudus und Springböcke. Elefanten kreuzen ganz dicht vor uns unserem Weg.

Geführte Tour (Game Drive)
Chobe NP

Einen Löwen im Schatten können andere erkennen, wir nicht. Die Tiere sind die vielen Autos der Game Drives gewohnt.

Hippos (Flusspferde) im Chobe Park

Wir genießen die Fahrt mit Betrachten der Landschaft, ohne selbst am Steuer zu sitzen. Eigene Einfahrt wäre eh nur zwischen 9 und 14:30 Uhr möglich gewesen – also in der größten Mittagshitze, wo selbst das dümmste Tier sich verkriecht.

Zurück an unserem Fahrzeug geht es auf die Suche nach einem Camp. Einzelne fallen wegen unserer Fahrzeuggröße raus. Schließlich landen wir in der Thebe-Lodge mit dem angeschlossenen Campingplatz, der schön am Sambesi liegt und vergleichsweise günstig ist (€ 20,- p. Nacht). Der kleine Pool plus anschließende Dusche erfrischen bei 38°C Außentemperatur.

Große Wäsche, Essen vorkochen, putzen verkürzen den Tag gewaltig. Der Stromanschluss versorgt Batterien, Wasserkocher und vor allem die Klimaanlage. Vollmondnacht sternenklar, schön draußen zu sitzen und ruhiges Schlafen beenden den Tag. In der Nacht wird die dicke Eiskruste des Kühlschranks abgetaut – möglich durch zweite Kühlbox im Heck.

Mo 6.11.2017

Wir bleiben im Camp, dank der relativ guten Internetanbindung in der Rezeption (bis mehr Leute auftauchten). So kann der Versuch gestartet werden den Namibia-Blog fertig zu stellen. Entspannen bei Lesen, Pool-Besuch, Reisevorbereitungen und Infoaustausch mit anderen Reisenden füllt den Tag.
Die sogenannten Overlander, mit 12 – 20 Plätzen in einer Kabine auf Lkw-Fahrgestell, sind ein Großteil der Kundschaft auf dem Camp. Hiermit reisen überwiegend jüngere Reisende rel. kostengünstig. Geschlafen wird in Zelten, das Essen liefert der Reiseveranstalter und mit den Overlandern geht es dann zu den Sehenswürdigkeiten, z. B. zu Nationalparks oder in andere Städte. In diesem Camp waren zwischen 6 bis 9 dieser Overlander in dieser Nacht.

Di 7.11.2017

Wir treffen vor unserer Abfahrt zwei Österreicher, die wir schon auf unserer Frühjahrstour im südlichen Afrika im Tsitsikama getroffen hatten. Infoaustausch mit den beiden sowie zwei weiteren österreichischen Reisenden mit Afrika-Erfahrung, dann geht es in den nächsten Ort Kazungula zum Geldtauschen und zum Einkaufen. Der Geldautomat spuckt für uns leider kein Geld aus. So müssen wir unsere Euro nutzen, um an US-Dollar zu kommen. Diese brauchen wir nämlich für Zimbabwe. Dort hat die einheimische Währung keinen Wert mehr und die Geschäfte werden überwiegend – vor allem für Touristen – in US-Dollar abgewickelt.
An der Grenze dauert es zwar einige Zeit, dann kommen wir nach Zahlung von 60 US$ für unsere Visa und 60 US$ für das Auto nach Zimbabwe rein. Wir treffen noch einmal unsere österreichischen Freunde, die uns mir Reflektionsaufklebern und weiteren Hinweisen zum Fahren in Zimbabwe helfen.
In Zimbabwe ist die wirtschaftliche Situation so schlecht, dass Polizisten an Straßensperren auch für kleine Vergehen US-Dollar kassieren, so die Information. Unsere Freunde fahren zurück nach Botswana, denn sie mussten nur aus der Zollunion aus- und wieder einreisen, um ihre Autopapiere gültig zu bekommen (Carnet de Passage).

Kaum sind wir wenige Kilometer im Land, gibt es die Polizeikontrolle. Wir haben ja fast alles, Licht geht auch alles, aber das zweite Warndreieck fehlt. Detlef schafft es mit vielen freundlichen Worten (zur Familie des Polizisten, der eigenen Familie, ….) tatsächlich die erst geforderten 10 US$ NICHT zu bezahlen; eine echte Leistung.

Über den Ort Victoria Falls fahren wir in den Nationalpark und finden den als schön beschriebenen Campingplatz im Sambesi Nationalpark.

Campside am Samesi
Zimbabwe

Das ist er wirklich, wenn auch für die 60US-$ Gebühr NICHTS, außer dem schönen Stellplatz geboten wird. Es gibt weder Wasser noch funktionierende Toiletten und auch keinen schattigen Sitzplatz in der ehemaligen Hütte. Der Blick auf den Sambesi, die Vögel, die großen Bäume liefern eine perfekte Kulisse für uns.

Mi 8.11.2017

Früh aufstehen, dann sind wir schon kurz vor 7 Uhr auf dem Parkplatz des berühmten Victoria Falls Hotels. Dies strahlt immer noch die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts aus, ist gut gepflegt und liegt mitten auf unserem Fußweg zu den weltberühmten Victoriafällen.

Victoria Fälle
gleich Grenze zwschen Sambia und Simbabwe

Wieder sind 60 US$ Eintritt fällig und dann genießen wir als sehr frühe Besucher die Wasserfälle bei relativ wenig anderen Besuchern. Das ändert sich dann gegen 10 Uhr, wenn ganze Busladungen an Touristen die wirklich attraktiven Fälle besuchen.
Wir werden durch den „Donnernden Rauch“, wie die Victoriafälle von Einheimischen genannt werden, besprüht.

Wasser und Somme an den Vic-Falls

Dies ist bei den schon früh steigenden Temperaturen angenehm. Die Wanderung entlang des guten Weges gibt immer wieder neue Perspektiven auf das bis zu 103 m tief fallende Wasser des Sambesi frei. Regenbögen und vielfältiger Weise begeistern uns und unsere Fotohandys. Später müssen wir viele Fotos wieder löschen. Einfach zu viele schöne Eindrücke., auch von den Pflanzen,

Protea
hier an den Victoria-Fällen

der Eisenbahnbrücke und …
Es gibt einen riesigen Touristenrummel. So kann man mit dem Hubschrauber, einem Kleinflugzeug, einem Motordrachen die Fälle überfliegen. Schon am Morgen brummt es häufig über unseren Köpfen. Für Wagemutige gibt es Nervenkitzel, u. a. kann man sich an einem Seil in die Tiefe stürzen und hängt dabei an einer riesigen Schaukel. Oder eine Seilbahnfahrt für eine Person, die lediglich am Seil eingeklinkt ist, uns noch etliches mehr. Dies dürfte nicht nur auf der Simbabwe Seite so sein auf der wir uns befinden, sondern ebenso auf der anderen Seite des Sambesi, der zu Sambia gehört.

Das zweite Warndreieck wird im Ort gekauft, dann geht es zurück Richtung Botswana. Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt, nur dass wieder Straßengebühr für Botswana gezahlt werden muss, stört den Fahrer schon.
Der Nachmittag in Kasane wird für Büroarbeit genutzt, um weitere Schwierigkeiten beim späteren Abstellen von Traphi in der südafrikanischen Zollunion zu vermeiden. Es ist kräftig warm, knapp 40°C.

Do 09.11.2017

Der Tag geht drauf mit Fahrerei, um die Motorradbatterie zu reparieren oder eine neue zu bekommen. Ohne Erfolg. Das Zündschloss des Motorrades wird geklebt und hält hoffentlich auf den kommenden schlechten Wegen – aufgeladen am Heck.

Tanken, Einkaufen und dann entschließen wir uns nach einigen Überlegungen Richtung Savuti Park zu fahren, obwohl man eigentlich eine Reservierung für das Camp in diesem Teil des Chobe Nationalparks braucht.
Erst geht es viele Km auf guter Asphaltstraße voran, dann wird in einem Dorf wieder Luft von den Reifen abgelassen. Die weiteren rund 60 km sind reiner Sand, der recht viele Huckel enthält. Und trotzdem kommen wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 20 kmh voran, besser als erwartet.
Wir stellen das Fahrzeug am Straßenrand vor dem eigentlichen Nationalpark ab, denn im Park darf nur auf offiziellen Camps übernachtet werden. Kaum haben wir es uns halbwegs gemütlich gemacht, erscheinen Soldaten vor unserer Hütte und erklären uns, dass wir hier nicht stehen können. Ich erkläre die Situation mit dem Park und bitte um eine schriftliche Anweisung bzw. Befehl, wie gefordert bis zum Eingangstor des Parks zu fahren. Ein kleiner Zettel wird mir wie gewünscht beschrieben und kurz danach stehen wir sogar hinter dem Tor des Parks. Der erste Schritt zur Einreise in den Park ist also schon ohne Reservierung eines Campingplatzes gemacht.

Abends betrachten wir bei Wein –  nach über 40°C in der Fahrerkabine am Tag – in der Ferne ein Gewitter. Jede leichte Brise wird bei noch gut 33°C draußen genossen während die Klimaanlage unsere Wohnung kühlt.

Fr. 10.1.2017

Wir zahlen gewaltige Summen an Geld, um mit unserem Auto in den Nationalpark fahren zu dürfen. Für unser als „7 Tonnen“ deklariertes Mobil zahlen wir über US$ 80-, pro Tag, das 40-fache eines Pkws. Außerdem Eintrittsgebühren und später auch US$ 100,- pro Übernachtung im Savuti Camp. Einfach Wahnsinnspreise, für uns eine lebenslang einmalige Aktion.
Auf der langsamen Fahrt sehen wir u. a. 2 Löwenmännchen direkt neben uns an der Piste.

Direkt neben der Fahrspur
Wir sind nicht auf seiner Speisekarte

Außerdem Strauße, Büffel, Gnus, …. Später sogar mindestens 7 Löwen, inkl. ganz kleinem Nachwuchs.

Unser Lieblingvogel ganz nah
Gelbschnabeltoko erfreut uns während der Mittagspause

Beim Mittag unter riesigem Baobab treffen wir andere Reisende, die uns erlauben mit auf ihrem Campingplatz zu übernachten, den sie vor vielen Monaten vorreserviert hatten. Ohne diese Erlaubnis hätten wir den Park ggf. verlassen müssen.
Auch hier im Savuti-Park kommen Fahrer und Fahrzeug an ihre Grenzen. An einer Stelle muss wegen der Bäume umgedreht werden; zu eng in ca. 2,5 – 3,5 m Höhe für uns.
Zwischendurch werden Halter der Solarpanele festgeklebt, um zu verhindern, dass das nicht zerstörte herunterfällt.
Den Abend verbringen wir gemeinsam mit den netten Deutschen aus der Pfalz (ohne sie hätte es Probleme gegeben) bei sehr interessanten und kurzweiligen Gesprächen, bis der Regen einsetzt. Der hält die gesamte Nacht an.

Sa. 11.11.2017

Der ruhige Morgen wir genutzt um den Luftfilter vom Fahrzeug zu wechseln, bevor es auf eine entspannte Tour durch den Park geht. Wir umrunden einen Hügel namens Sable Hill, sehen Gnus, Schildkröten, Elefanten, viele Lauf- und Flugvögel, Springböcke …. Einmal müssen wir umdrehen, das Gestrüpp und die Bäume stehen zu eng, denn wir nehmen größere Kratzer nur in Kauf, wenn es anders nicht geht. Mittags ist „unser“ Platz unter dem riesigen Baobab noch von einer anderen Gruppe belegt, so dass wir dort erst zum Eiskaffee halten und entspannen können.

Traphi an passendem Baobab
vielleicht 1000 Jahre alt?

Hier werden wir u. a. von zwei Franco-Kanadiern nach dem Weg zum Kamp gefragt. Diese Gelegenheit wird genutzt, um wieder ohne Reservierung im Camp – auf dem Platz der Kanadier – übernachten zu können. Es dürfen ja bis zu 3 Autos mit max. 6 Personen einen Platz nutzen. Die normale Reservierung muss ca. ½ bis ein Jahr vorher erfolgen. Dies war für uns planerisch nicht machbar. Aber es hat ja schließlich doch geklappt zweimal im Savuti Camp zu übernachten. Das Camp ist teuer und trotzdem extrem ausgebucht.

So 12.11.2017

Die Fahrt geht heute nach Süden, wo wir die sogenannte Marsh Road nehmen. Alternativ hätten wir durch tiefen Sand fahren müssen. Es geht über rund 70 km durch den Savuti Park bis ans Mababe Gate.
Auf der Fahrt kommen wir zu einer Stelle, wo sich ca. 50 Elefanten versammelt haben und eng zusammenstehen. Entweder trauern hier Elefanten um ein verstorbenes Mitglied oder es liegt im Sterben, so zumindest unser Eindruck. Auch die Beobachtung durch das Fernglas vom Dach unseres Lkw bringt keine exakte Klarheit. In der Mitte liegt ein Elefant, aber ob schon tot oder schwer krank ist nicht auszumachen.
Auf der Weiterfahrt treffen wir auf schlechte Wege, die nur eine sehr geringe Geschwindigkeit zulassen. Noch mehr Nerven kosten allerdings die immer mal wieder eng stehenden Bäume, die Traphis Lack und den Kunststofffenstern sowie den Spiegeln schwer zusetzen. So sind wir froh, uns mittags unter einem schattenspendenden Baum die Suppe und den Nachtisch schmecken zu lassen.
Die lockeren Halter des intakten Solarpanels werden geklebt.
Auch die restliche Strecke ist nicht viel besser, ob wohl weniger Engpässe zwischen den Bäumen auftauchen, Zwischendurch sehen wir verschiedene Antilopenarten, Elefanten und beim Mittag den witzigen und neugierigen Gelbschnabeltoko. Kurz nach dem Verlassen des Savuti-Parks nehmen wir unseren Stellplatz hinter einem Gebüsch, unweit der Piste ein. Es ist kurz vor 16 Uhr und wir waren seit 8 Uhr morgens, unterbrochen durch zwei Stunden Pause unterwegs. Die Anstrengung lässt uns dann gut schlafen, obwohl wir einen Kurzbesuch eines hinweisgebenden Menschen hatten, der fragte, ob wir hier campen. Antwort: Nein, wir parken unser Auto hier über Nacht.
Vorm Schlafengehen beim Zähneputzen kommen 4 oder 5 Leute vorbei. Einer ist der Dorfpolizist. Wir sollen hier nicht stehen, sondern zur Polizeistation kommen, da ein Übernachten auf dem Gemeindegrundstück nicht erlaubt wäre. Dies kann ich nun gar nicht nachvollziehen, aber wir folgen der Anweisung des Polizisten. Hier wird versucht zu erklären, dass das Gebiet vom Staat als „Kommissionsgebiet“ Privatleuten gegen Gebühr übertragen wurde. Es entsteht eine Diskussion erst mit dem bzw. den Kommissionären, die wenig ergiebig ist. Meine Hinweise, dass ich nicht bereit bin auf ein Camp zu gehen, zur Sicherheit des Fahrens bei Nacht und mein Lesen des Namens des Polizisten ergeben letztendlich, dass wir dort vor der Polizeistation (eigentlich nur ein kleiner Raum) übernachten dürfen. Tolle Leistung des Dorfpolizisten sich gegen die 3 oder 4 Leute durchzusetzen.
Nun können wir ruhig bis zum Morgen schlafen.

Mo 13.11.201

Frühstück und Abwasch sind erledigt. Es geht auf Fahrt Richtung Maun, der Stadt von der der Tourismus im Okavango-Delta gesteuert wird. Die Fahrt wird anfangs sehr erschwert, da der Weg zu einem Fluss geworden ist. Es hat zwar bei uns nicht geregnet, aber durch Zuflüsse (vor längerer Zeit?) steht die Straße derart unter Wasser, dass sich dort sogar Flusspferde wohlfühlen.

Überflutete „Straße“ im Okavango-Delta
mit Wasserbüffel

Dies bedeutet, dass wir die „normale Straße“ weit umfahren müssen, dabei stehen einige Bäume im Weg. Mit Äste zur Seite biegen durch Petra oder durch kräftiges am Lack schaben lassen, kommen wir nach einer Weile wieder auf die in den Karten gezeigte Straße zurück. Der Weg ist nicht sehr gut, aber trotzdem freuen wir uns über Geschwindigkeiten von über 20 km/h.

Mittags erreichen wir die Teerstraße kurz vor Maun und Traphi erhält in seinen Reifen wieder einen besseren Druck von über 6 bar.

In Maun angekommen, werden die Vorräte ergänzt, bevor wir zur Island Lodge mit angeschlossenem Camp kommen. Angemessene Preise, Strom am Platz und vor allem ein Swimmingpool gefallen uns hier. E-Mails werden über das zur Verfügung gestellte Internet abgerufen. Entspannung gibt es abends beim Wein.

Di 14.11.2017

Die Halter des einen Solarpanels sind wieder locker. Da kein passender Klebstoff da ist, nutzt Detlef Klebeknete. Die könnte halten, benötigt aber min. 20 Stunden um ihre Festigkeit zu erreichen. Deshalb wird nach einigem Überlegen entschieden eine weitere Nacht auf dem Platz zu bleiben.
Das Internet wird zum Telefonieren, der Pool zum Erfrischen, das nach Rost riechende Wasser zum Waschen genutzt.
Am späten Nachmittag machen wir eine „Sunset-Fahrt“ auf dem Fluss vor unserer Tür hinein ins Okavango-Delta.

„Angeln“ auf botswanische Art

Wir können erahnen, welche Vielfalt von Leben im gigantisch großen Delta vorhanden ist, das von gewaltigen Wassermengen aus afrikanischen Flüssen gespeist wird und dann doch einfach in der Wüste versickert.
Wir sehen auf der Bootsfahrt sehr viele verschiedene Vogelarten.

Vogelparadies am Fluss bei der Stadt Maun

Der Fluss bzw. der Boro-Kanal bietet auch eine gute Basis zum Angeln und um Viehzucht zu betreiben. Nach der wirklich schönen Fahrt, mit zwei weiteren Gästen aus Südafrika, beschließen wir den Abend mit dem Versuch dem Internet deutsche Nachrichten bzw. Radio zu entlocken – leider ohne Erfolg.
Nach dem Beobachten der Blitze in weiter Ferne, regnet es doch auch bei uns als wir schon unter dem Moskitonetz schlafen.

Mi 15.11.2017
Einkaufstag in der 60.000-er Stadt Maun mit Kauf von Batterie für Handy, Lebensmittel und Batterie für Motorrad wird (hoffentlich) wieder nutzbar gemacht. Mittag im eher feinen Nandu- Schnellrestaurant.

Am Nachmittag geht die Fahrt erst auf Asphalt, dann ca. 80 km auf Sandpiste. Diese lässt sich erstaunlich gut fahren, so dass wir oft mit 30 km/h die Strecke schneller als erwartet schaffen. Sie führt schnurgeradeaus an einem „Vet-Fence“ entlang.

Zig km am Zaum entlang
Botswana hat viele ZAUNKÖNIGE

Dieser Zaun verhindert, dass Tiere von der einen auf die andere Seite wechseln können und soll die Übertragung der Maul- und Klauenseuche verhindern.
Wir müssen drei Stopps machen, bei denen die Reifen und unsere Schuhsohlen desinfiziert werden.
An der Grenze zum Nationalpark der Zentralen Khalahari schlagen wir unser Nachtlager auf. Kurz vor einem wunderschönen Sonnuntergang kommen fünf Elefanten dicht bei uns vorbei, die wir auf der Fahrt schon entdeckt und überholt hatten.

Begegnung in der Central Khalahari

Der Wind pfeift kräftig und laut, hat aber den Vorteil, dass die Temperatur von über 30°C schnell auf ein gutes Schlafmaß absinkt. Ein fantastischer Sternenhimmel (ohne Mondlicht, da abnehmender Mond) und ein Glas Wein beenden den Tag früher als zuhause. Wir schlafen heute seit langer Zeit mal wieder mit Steppdecke statt nur mit Bettbezug zugedeckt.

Do 16.11.2017

Es ist kühl an unserer einsamen Stelle, zu kalt zum draußen frühstücken. Der angenehm temperierte Vormittag wir genutzt, um etliche kleine Reparaturen zu erledigen und das Haus sauberer als sonst zu bekommen.
Am Nachmittag fahren wir weiter entlang am Nationalpark der Zentralen Khalahari bis zum Tor (Gate Matswere), wo wir versuchen Informationen über eine eventuelle Route zu bekommen. Es wird gewarnt, falls es geregnet hat. Aber das weiß halt niemand. So fahren wir weiter und erkunden den Abzweig. Dieser stellt sich eng und zugewachsen dar. Die Entscheidung fällt auf umkehren. Auf dem Rückweg halten wir einfach auf der „Straße“, einer Sandpiste, auf der vor uns keine frischen Reifenspuren zu sehen waren. Es kommt niemand vorbei, nur auf der anderen Zaunseite hält nach einem schönen Sonnenuntergang ein Auto der Parkverwaltung und fragt ob alles in Ordnung wäre. NATÜRLICH, denn wir fühlen uns hier in der Ruhe und einem brillanten Sternenhimmel sehr wohl.

Fr 17.11.2017

Tagesbeginn bei 11 °C, da gibt es Frühstück natürlich drin.
Heute ist Fahrtag mit ca. 70 km Piste mit etwas engem stacheligem Bewuchs (= Kratzer). Dann ein paar Kubikmeter Luft in die Reifen (gut 6 bar) und Besuch des kleinen Ortes namens Rakops mit dem Versuch etwas einzukaufen (es ist jedoch nichts für uns dabei).
Ca. 180 km glatte Asphaltstraße, vorbei an zwei Diamantenminen (Besuch nicht möglich) und dann wieder enge und holprige Piste zur Sowa-Pan mit reduziertem Luftdruck.

Nach rund 20 km schlechter und enger lackkratzender Piste finden wir einen ebenen Stellplatz an einem schönen Baum. Unser Fußmarsch führt uns an den „Pfannenrand“ der Sowa-Pan. Die Pan ist ein – meist ausgetrockneter – See, der in der Regenzeit riesengroß werden kann. Die Oberfläche der getrockneten Pfanne hat im Sand viel Salz, deshalb ist die Oberfläche hell und fest.

Salzpfanne
Sowa Pan

Bei Trocknung in oder kurz nach der Regenzeit sollte man die Oberfläche nicht befahren, auch wenn die Kruste fest aussieht. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die dünne Kruste bricht und auch ganze Autos im Schlamm darunter versinken, was auch schon mehrfach passiert ist.
Abendessen bei Sonnenuntergang unter dem Baum, Lagerfeuer bei kühler angenehmer Außentemperatur, wieder unter einem beeindruckenden Sternenhimmel, dann hat uns die ruhige Nacht umschlungen, allenfalls von wenigen Tiergeräuschen unterbrochen.

Entspannung an der Sowa-Pan

Sa 18.11.2017

Die Fahrt geht entlang der Sowa-Pan entlang bis zum Ort Mosu vor die Junior Secondary School. Von hier aus wandern wir heftig schwitzend in der heißen Vormittagssonne steil bergauf zum besten Aussichtspunkt für uns (am Escarpment). Von hier aus haben wir einen sehr guten Überblick über die gesamte Sowa-Pfanne, die über 120 km breit und 80 km tief bis zum Horizont sich vor uns ausbreitet.
Mittags finden wir nach kurzer „lackkratzender“ Fahrt eine schöne Stelle zum Kochen und Essen. Direkt an der Sowa-Pfanne.
90 km Fahrt auf Pisten und Pfaden haben wir hinter uns, dann fahren wir mit aufgepumpten Reifen weitere ca. 145 km auf besten Asphaltstraßen in die Stadt Francistown.

Francistown

Es ist wirklich eine richtige Stadt, die erste für uns in Botswana, die eine kleine Fußgängerzone hat und viele Geschäfte, um unsere Vorräte wieder zu füllen. Es gibt sogar viele Ampeln (robots) und auch Einbahnstraßen. Angenehm hier ein wenig zu bummeln. In der Pizzeria nehmen wir unser Abendessen ein.
Am Rand der Stadt finden wir unseren nächtlichen Ruheplatz.

So 19.11.2017

Nach dem Sonntagsfrühstück fahren wir am Vormittag viele km Teerstraße. Dann wollen wir einen in der Karte verzeichneten Krater finden. Die Strecke ist sandig aber auch ohne Luftablassen gut befahrbar. Was das Auto mal wieder abkriegt sind GANZ VIELE „STREICHELEINHEITEN“ von Dornenbüschen und Ästen. Wir leiden mit dem Lack und Petra muss zigmal den Spiegel neu einstellen.

Kratzendes Gestrüpp – Krater? Nicht gefunden
WIR BAHNEN UNS UNSEREN WEG!

Die Kratzerei wird nicht belohnt. Wir finden keinen Krater, sondern nur einen wirklich echt heißen Platz in der Sonne zum Mittag machen.
Es geht dann weiter mit Gekratze und sind froh, als es nach rund 11 km endlich vorbei ist.‘
Durch Dörfer erreichen wir dann Goo Moremi Park. Wir dürfen auf dem Parkplatz vor dem Tor unter einem schattigen Baum stehen und genießen den Abend.

Mo 20.11.2017

Aufstehen um 4:45 Uhr, Abmarsch um 6 Uhr in der Morgenfrische bei 24°C in den Park.

Felsseite der Moremi Schlucht

Wir bekommen zu zweit einen Führer, der uns – besser als erwartet – nette und ausreichende Informationen liefert. Er kann gut Spuren der vielen Tiere lesen. U. a. erkennt er auch eine Leopardenspur vom nachtaktivem Tier. Die insgesamt vierstündige Wanderung ist ein echtes Erlebnis für uns. Wir kommen dabei auch an der Lodge – der Unterkunft für echt reiche Leute – vorbei. Übernachtung pro Person über US$ 1000,-. Traumhaftes Panorama, entweder im Luxuszelt mit Badewanne, Klimaanlage usw. oder im festen Haus. Der Swimmingpool liegt unmittelbar am Rand des Tales, Tierbeobachtung beim Schwimmen?

„Etwas“ älterer Baum
in Goo Moremi Schlucht

Etwas Artistik beim Laufen unter Nutzung von Halteseilen bringt uns dann zum zweiten und dritten Wasserfall.

3. Wasserfall Goo Moremi Park

Beide von der Wassermenge nicht riesig, aber schön anzusehen in der engen Schlucht. Beim Wandern haben wir fast immer Schatten, was die Strecke angenehm für uns macht.
Besonders die Kapgeier, die hier brüten, lassen uns minutenlang in den Himmel starren. Beeindruckend wie diese riesigen Vögel (2,5 m Spannweite) segeln können. Sie können Aas bis zu 2 km weit erkennen und fliegen pro Tag bis zu 700 km weit – so die Infos unseres Führers.

Kapgeier am Himmel
Brüten auch im Moremi Park

Einen Teil der Strecke laufen wir ohne ihn zurück und genießen dabei die Natur und die Ruhe, z. B: um eine Libelle aus wenigen cm Entfernung zu fotografieren.

Papyros (hier im Moremi Park)

Nach Essen am Auto, Wassertanks befüllen, fahren wir ca. 250 km weit Richtung Hauptstadt. An einer vermeintlich ruhigen Stelle übernachten wir, umgeben von Fladen von Kuhkacke.

Di 21.11.2017

Der Morgen beginnt mit einem Besuch des DHL-Büros in der Hauptstadt Gaborone. Unsere Papiere vom ADAC sind eingetroffen, die für die Verlängerung des Aufenthalts von Lkw und Motorrad dringend benötigen werden.

Wir finden in der Nähe eine Gasfirma, wichtig, da unser Gasvorrat des eingebauten Tanks sich dem Ende zuneigt. Gas gibt es, ergänzender Adapter wird geliefert, aber tanken sollen wir in einer anderen Firma. Dort kann man aber das Befüllen nur mit einer Handpumpe aus einer vollen 19kg Flasche vornehmen. Nach einigem technisch angepasstem Hin- und Her wird dies getan.

Gasangriff auf Traphis Seite

Beim Abbauen des Adapters schließt das eingebaute Ventil nicht, Flüssiggas tritt aus und vereist den Anschluss. Nervige Spannung tritt beim „Hausbesitzer“ auf. Es gibt jedoch nach dem Kriechen unter das Auto eine Lösung, die das Ventil schließen lässt. So haben jetzt ca. 13 kg Flüssiggas mehr im Tank, was wieder einige Monate Kochen und Backen erlaubt.
Tagestemperatur ca. 35 – 37°C.

Die Nerven werden beim Essen im Einkaufszentrum beruhigt, bevor ein Automaten-Waschsalon angefahren wird. Und – oh Wunder – den gibt es tatsächlich noch. Die Zweifel am alten Reiseführer sind zumindest in dieser Hinsicht nicht begründet.
Ab der frühen Nachmittagszeit sind die Aktionen deutlich angenehmer zu erledigen. Es hat nämlich GEREGNET. Gewitterschauer von unterschiedlicher Stärke reduzieren die Lufttemperatur deutlich. Am Abend bis auf knapp über 20°C.

Unseren Stellplatz finden wir später abseits eines anderen Einkaufszentrums.
Hier gibt es Hausarbeit, Backen, Weintrinken, Internetradio (nur Versuch), Schlafen, …

Mi 22.11.2017

Wir erlaufen uns die moderne Stadt im City-Bereich am heißen Vormittag in kleinen Etappen.

Regierungsviertel Gaborone

Wir sitzen im Schatten am Markt, der früh am Morgen aufgebaut wird und bestaunen die Vielfalt der Kleidung der an uns vorbeiziehenden Menschen. Wie die Verkäufer von den Verkäufen leben können, begreifen wir nicht.

Marktstände in Gaborone

Im neunstöckigem Gebäude des Ministeriums für Erziehung schauen wir uns in zwei Stockwerken etwas um. Es ist gemäßigte Betriebsamkeit in den Gängen zu spüren.

Erziehungsministerium

Erfrischung gibt es zwischendurch beim sehr erfrischenden Wassermelonen-Smoothie.

Gebäude in der City von Gaborone

Die Chinesische Küche versorgt uns mittags bevor wir an den Gabarone Staudamm fahren. Das milchig braune Wasser lassen wir hinter uns liegen und es geht zu einem Park, an Luxushäusern vorbei. Dann südlich des Staudammes gibt es Versuche eine Stelle mit Stauseeblick oder Flussblick zu bekommen. Dies scheitert an Privatbesitz.
So stellen wir uns neben eine Schotterstraße mit Blick auf Hügel, u. a. auf die südafrikanische Seite.
Neben uns halten zwei Radfahrer an, die sich als Deutsche zu erkennen geben und ganz in der Nähe wohnen.
Abends sitzen wir mit dem gebürtigen Holländer Micki sowie den Deutschen Ulrike und Bernhard zusammen bei Rotwein im Haus. Es gibt viele interessante Themen und Gemeinsamkeiten zu besprechen. Der Biologie-Lehrer Bernhard findet auf dem Weg ins Haus eine Eierschlange und greift zu, um zu erklären, wie dieses Tier Eierschalen knacken kann.
Es fliegt ein 5 cm großes Insekt im Haus, das gefangen werden kann. Es handelt sich um die Jungfer der Ameisenlöwen. Das Männchen dieses Insekts macht trichterförmige Vertiefungen in den Sand in die Ameisen rutschen. Sobald die Ameise im Trichter ist, schnappt der Ameisenlöwe zu und saugt die Ameise aus (Trichter hatten wir im Goo Moremi Park gesehen).

Eh wir uns versehen sind zwei Stunden zu Reisethemen, Lage in Botswana, Reisezielen plus etlichen anderen Themen vergangen und wir verabschieden uns mit Rückmarsch zum Schlafen.

Do 23.11.2017

Der Tag bringt uns eine ganz entspannte Rundfahrt im Süden und Westen der Hauptstadt Gaborone bei schweißtreibenden Temperaturen.

Baumwurzeln finden in jeder Lücke Halt

Eine große Getreidemühle, alte Felszeichnungen, viele Schulkinder, eine Hochzeitsfeier, können wir betrachten. Tanken und Einkaufen wird erledigt, dann sind wir zurück am gleichen Stellplatz und dürfen uns im Swimming-Pool unserer netten Gastgeber von gestern Abend schwimmend erfrischen.
Unser Stellplatz wird danach um ca. 300 m verlegt. Wir haben nun mehr Abstand zur wenig befahrenen Schotterpiste und der Eisenbahnstrecke und dürften eine noch ruhigere Nacht haben, als den Tag zuvor.
Beim Genießen von Gegrilltem, Wein und Alster gibt es rings um uns helles Wetterleuchten. Die Gewitter erreichen uns jedoch nicht. Etwas kühler wird es jedoch; gut zum Schlafen.

Fr 24.11.2017

In der Nacht regnet es kräftig; am Morgen ist das Auto gereinigt.

Am Vormittag treffen wir uns mit unseren neuen Freunden zuerst bei uns im Auto, um uns über das Auto und Reiseerfahrungen von Micki und Ulrike auszutauschen. In der Töpferei von Ulrike (http://rikafranken.com) sehen wir uns dann ihre künstlerischen Arbeiten der Töpferei an, superschöne Keramiken. Es lohnt sich wirklich ihre Webseite mit Beispielen (http://rikafranken.com/samples.asp) zu betrachten.

Es wird noch die Bahnfahrt für die Rückreise von Frankfurt gebucht, in der Stadt Gaborone getankt, Mittag gegessen, eingekauft, dann sind wir auf dem Weg zu Grenze.
Die heftige Wellblechpiste erfordert das Reduzieren des Luftdrucks in den Reifen, das Fahren erfolgt bei angenehmen Temperaturen (um die 27°C bei bewölktem Himmel). Die Grenzformalitäten werden relativ zügig durchgeführt, wobei es auch Anleitungen des Fahrers für das Ausfüllen der „Carnets de Passage“ gibt. Die Polizisten sind mit der ihnen übertragenen Aufgabe als Zollbeamte voll überfordert. Noch ein Blick ins Innere von Traphi, einschließlich Schränke, dann sind wir in Südafrika weiter auf der Piste unterwegs.

Überblick südliches Afrika

 

Befahrenes Gebiet im südlichen Afrika Okt. 2017

Überblick der Strecken (gesamt war nicht darstellbar)
etwa 3000 km gefahren

Route A

Von Windhuk nach Norden an die angolanische Grenze

Route B

Im Norden bis zum Khaudom Nationalpark

Route C PLUS 140 km im und zum Khaudom Natioal Park (nur Offroad-Pisten)

Caprivi-Zipfel (Nord-Ost) bis zur botsuanischen Grenze

 

Zusammenfassung:

Wetter: Minimum morgens bei ca. 8°C in wenigen Gebieten, kann bis 24°C morgens sein., Tagestemperaturen nicht unter 30°C meist Mitte 30, jedoch bis zu 40°C. Luftfeuchtigkeit extrem trocken (5%) außer in der Nähe von Flüssen. Schwitzen ist der Normalfall.
EIN Gewitterregen.

Straßen: Böses Wellblech schüttelt uns im Auto durch z. B. auf Schotterpiste, mit ohrenbetäubenden Lärm hervorrufenden Bodenwellen, Gefühl: Alle Schrauben fallen ab.

Wellblechpiste

Staubwolken hinter Fahrzeugen sind riesengroß, Schwingungen wurden durch Reduzierung des Reifendrucks verringert.

Verdunkelung in einer Staubwolke kann intensiv sein

Oft begegnen uns keine oder nur sehr wenige  Autos über Stunden.

Asphaltstraßen schnurgeradeaus über viele Kilometer sind die andere Seite des Fahrens in Namibia.
Sandstrecken, die vom Allrad-Lkw und Fahrer alles abverlangen.

50 km in ca. 5 Stunden durch Weichsand

Enge Durchfahrten zwischen Bäumen (verursachen Schäden),
Höhe Fehleinschätzung: Dicker Ast zerstört drei Solarpanele.
Ein Reifen ist nicht mehr nutzbar.
An Veterinärgates wird auf Fleisch geprüft.

Orte: Einkaufsmalls in großen Städten,
Naturpark Ameib (mit Lack zerkratzenden Dornen) zu „Bulls Party“ (Platz beeindruckt durch riesige Felsen, die eigentlich umkippen müssten).

Kullert er davon?

Fluss Kunene mit Epupa-Wasserfällen,

Nutztierhaltung am Fluss Kunene

Etosha Nationalpark mit artesischem Brunnen vor dem Tor, viele Tiere im Park

Große Freude für die Besucher vor der Etoscha-Pfanne (Nationalpark)

Khaudom Park: u. a. 30 Elefanten am Wasserloch, wir sehen beim Frühstück zwei Löwen, die jagen
Zukünftige Übernachtung im Khaudom Park: 1000 US-Dollar in der fast fertigen Lodge (für wirklich exklusive Gäste)

Bevölkerung: Siedlungen der Himba, für barbusige Himba-Frauen ist es einfacher die Hand aufzuhalten anstatt den Reichtum ihrer Rinder zu nutzen

Dorf? -Von nomadischen Himba?

Übernachtungsplätze: in oder vor der Polizeistation, sehr oft abseits am Wegesrand oder hinter Einkaufszentren sowie auch in bezahlten Camps

Natur: Riesige Baobabbäume, tennisballgroße Nüsse von Palmen bedrohen unser Auto, Blütenpracht am Baum, Baumsteppe, Halbwüste

Blütenpracht in Tsumeb

Tiere: Giraffen, Affen, Gnus, Rinder, Ziegen, Strauße, Hyänen, Warzenschweine, Elefanten, Vögel, Ameisen, Mücken, …

Besondere Vorkommnisse:

Wäsche waschen, undichten 500 l -Dieseltank schweißen lassen, Fahrräder verkaufen, Toilette mehrfach reparieren, Heizung (wichtig für Warmwasser) reparieren.
Neuer Ventilator angebracht, Radwechsel (140 kg) und zerschlissener Reifen wird ersetzt.
Nicht angeschnallt: Strafe € 70,-


Tagebucheinträge:

Do 12.10.2017

In Windhoek am Flughafen haben wir einige Diskussionen bei der Einreise, da wir auf dem Einreiseformular angegeben haben per Flugzeug wieder auszureisen. In diesem Fall ist es absolut nötig ein Rückreise-Ticket vorzulegen, was wir nicht können. Wir wollen doch erst buchen, wenn der Unterstellplatz für das Auto klar ist. Nun, dann entscheiden wir uns eben mit dem Auto auszureisen und bekommen ein Stempel im Pass für 30 Tage Aufenthalt in Namibia.

Manfred, der Vermieter der Halle, wo unser Traphi steht, holt uns pünktlich ab.

Die Batterie wird angeschlossen, Traphi’s Motor startet klaglos. Dann sind etliche weitere Aktionen erforderlich, bevor wir bei Manfreds Sohn, in der Werkstatt sind, um einen Werkstatttermin zu klären. Mittagessen, dann fahren wir in die Hauptstadt Windhoek, um erste Vorräte einzukaufen.

Wir stellen Traphi auf einen uns schon bekannten Übernachtungsplatz und laufen noch einmal in die Innenstadt. Nach gut zwei Stunden Laufen schaffen wir es tatsächlich noch, in Namibia wieder mobil telefonieren und surfen zu können. Nach dem Abendessen surfen wir ein wenig bevor wir todmüde ins Bett fallen.

Fr. 13.10.2017

Um 6 Uhr aufstehen, frühstücken und dann geht es zur Werkstatt. Bis mittags sind die Dieselversorgung für unsere Heizung (Warmwasser), eine weitere Dieselleitung und weitere kleinere Reparaturen erledigt.

Siedlung im Umland von Windhuk

Am frühen Nachmittag melden wir uns – ohne die von uns erwarteten Probleme – bei der Straßenbehörde an, die für die Straßennutzungsgebühren zuständig ist. Dann fahren wir in eine große Einkaufsmall und genießen den Nachmittag mit viel Einkaufen – auch Kleidung – sowie Frozen Joghurt essen.

Die Nacht vor der Mall ist am Anfang unruhig, später schlafen wir recht ordentlich auf einem Schotterplatz direkt vor dem Konsumtempel.

Sa. 14.10.2017

Halb 6 aufstehen, um ca. 7:30 Uhr geht die Fahrt Richtung Westen erst auf Asphalt und dann ganz viel Piste, die an einigen Stellen ein sehr langsames und kontrolliertes Fahren über Löcher und Wellen erfordert. Die überwiegende Strecke ist jedoch weitgehend erträglich, was auch für die weitere Fahrt nach Norden gilt. Mittags finden wir einen wunderschönen Platz im Schatten eines großen Baumes.
Mittagmachen und auch Brot backen, dann ist wegen der Hitze etwas Entspannung im mit Klimaanlage vorgekühlten Wohnteil angesagt.

Über den Ort Usakos geht es dann bis 6 km vor das Tor zu einem privaten Naturpark der 14000 ha umfasst. Im Schatten eines großen Baumes können wir essen und abends bei wunderschönem Sternenhimmel südafrikanischen Weißwein genießen.

So 15.10.2017

Nach ganz ruhiger Nacht in der Wildnis, fahren wir schon kurz vor 7 Uhr bei 12°C los in den privaten Naturpark Ameib. Hier war früher eine deutsche Missionsstation. Im besten Deutsch kaufen wir unsere Tickets, um kurz danach einen anstrengenden Fußmarsch zu Phillips Höhle zu machen. Zwischen Dornenbüschen über unwegsamen Sand und Felsen gelangen wir zur Höhle,

Phillippshöhle

in der auch Felsmalereien zu sehen sind. Noch mehr beeindruckt uns allerdings die Natur. Die Wurzeln der Bäume oder Pflanzen am und im Fels finden dort ab und zu Wasser. Für unsere mitteleuropäischen Augen scheinen etliche Bäume abgestorben zu sein – sind sie aber nicht.

Landschaft im Ameib-Privatpark

An Lack zerkratzenden Dornen entlang geht es dann zu „Bulls Party“. Dieser Platz beeindruckt durch seine teils riesigen Felsen, die nach unserem Gefühl eigentlich umkippen und den Hang hinunter kullern müssten.

Die Hitze kommt und wir fahren am späten Vormittag weiter bis in die Stadt Karibib, wo tanken telefonieren übers Internet und Mittag essen mit Entspannung anliegt.

Im Ort Umaruru entscheiden wir uns beim Eiskaffee im Auto zur Weiterfahrt von gut 60 km über Schotterpiste, meist ohne ohrenbetäubende Bodenwellen. Wir finden ein halbwegs schattiges Plätzchen bei kräftigem Wind etwas entfernt von einer Nebenstraße. Ganz wenige Häuser liegen im Umkreis von 2 – 3 km. Staubiges Umfeld, aber ruhiger Stellplatz.
Temperatur um 17 Uhr:  29°C bei 5% Luftfeuchtigkeit (in D selten unter 50 oder 60%).

Um 20 Uhr nur noch 22°C.

Mo 16.10.2017

Wegen frühen Schlafengehens sind wir schon ohne Wecker um 5:30 Uhr wach. Draußen ca. 8°C.

Heute fahren wir zuerst auf einer Schotterpiste, streckenweise müssen wir unter 10 km/h halten. Man hat das Gefühl, dass alle Schrauben abfallen. Dann eine halbwegs gute Sandpiste, weiter nach dem Abbiegen nach Westen zeigt uns die Straße, warum sie nur Kategorie D ist. A bis D gibt es in Namibia plus Allrad-Tracks. Böses Wellblech schüttelt uns im Auto. Der Lärm ist ohrenbetäubend und die Staubwolken aller Fahrzeuge riesengroß. So geht die Zeit dahin, unterbrochen durch Grillen zum Mittag.

 

Die Landschaft zeigt neben ein paar Bergen im Hintergrund überwiegend Halbwüste mit sehr trockenen Büschen und kleinen Bäumen. Wir begegnen kaum anderen Fahrzeugen.

Tageskilometer: 196 km von 7:50 – 15:50 Uhr

An einem Fluss, wie alle in Namibia in der Trockenzeit ohne den Hauch von Wasser, finden einen wir Platz. Hier hatten wir eigentlich die Stadt Twyfelsfontein erwartet, es ist jedoch nur eine kleine Farm und ein Museum mit alten Felsmalereien, das von uns nicht besucht wird.

Es ist – wie an den vergangenen Abenden – sehr windig. Im Auto kann jedoch die Büroarbeit gemacht werden.

Di 17.10.2017

Die Kilometer gehen heute besser voran, nur kleinere Teile der Strecke nach Palmwag sind sehr schlecht. Am Weg sehen wir unsere ersten Giraffen

Für uns die ersten Giraffen in Namibia kurz vorm Damaraland

und etliche Affen. Kurz vor Erreichen des Ortes Palmwag drehen wir um.

Grund: Das Veterinärgate ist schon vor dem Ort und nicht wie erwartet dahinter. Am Veterinärgate wird kontrolliert, ob man rohes Fleisch und ggf. auch andere Fleischprodukte dabei hat. Damit soll verhindert werden, dass im Norden, wo noch viele Nomaden ihre Herden sehr ursprünglich weiden, die Viehherden mit Krankheiten infiziert werden. Wir wollen aber Vorräte mitnehmen und werden auf keinen Fall Fleischprodukte im Norden in der Natur entsorgen. Diese Vorräte müssen wir jedoch vor den Kontrolleuren verstecken (glauben wir).

Also fahren wir etwas zurück zu einem Camp und finden dort ein schönes Plätzchen zum Entspannen und übernachten. Vor dem Entspannen stehen Arbeiten an: Wäsche waschen, Toilette reparieren, Duschen, Sternenhimmel beobachten, schreiben und spielen beschließen den Abend.
Außerdem stellt Petra fest, dass der Dieseltank undicht wird. Dieser kleine Riss des undichten Dieseltanks wird notdürftig abgedichtet.
Bei der Bezahlung des Camps geben wir eines unserer mitgeführten Fahrräder „in Zahlung“. Der Besitzer und wir freuen uns über das gute Geschäft.

Mi 18.10.2017

Das Fleisch wird mittels Kühltasche versteckt. Es wird jedoch nur unsere Passage dokumentiert, aber nicht nach Fleisch kontrolliert. Dies offensichtlich nur in umgekehrter Fahrtrichtung, wenn man aus dem Damaraland (so heißt die Gegend) ausreist.
Wir fahren 10 km zur Palmwag Lodge (einer Unterkunft) mit Werkstatt. Hier lernen wir von Fritz, einem „Süd-Wester“ in 5. Generation in etwas verändertem Deutsch, dass uns mit unserem undichten Dieseltank nicht geholfen werden kann. Also müssen wir unsere Fahrtroute ändern und sind gut drei Stunden auf der 123 km langen Schotterstrecke mit etlichen „Wellblecheinlagen“ unterwegs nach Kamanjab.

Der Ort hat ca. 6000 Einwohner. Hier gibt es neben einer Tankstelle und einem Lebensmittelmarkt auch Lars Falkenstein. Er kann mit seinen Leuten unseren Tank reparieren. Es ist recht heiß, 37°C. Der Tank leckte nur wenig, insbesondere nach der „Notabdichtung“, die am Vortag angebracht wurde.
Ursache des Risses vermutlich ein „alter Rempler“, der sich durch die Wellblechpiste zu einem Riss entwickelte. Bei den schlechten Straßen müssen wir damit rechnen, dass er weiter reißt. Deshalb sind wir hier und es werden am Nachmittag fast 400 l Diesel aus dem Tank in ein Fass sowie mehrere Kanister umgefüllt. Danach ist immer noch Diesel im Tank.

Abends unterhalten wir uns mit Lars und seiner Frau Juanita über Technik, ihre vielen verschiedenen Fahrzeuge seines Abschleppdienstes sowie Privatfahrzeuge. Weitere Themen sind Namibia und das Reisen. Beide leben seit ca. 25 Jahren hier, nun mit ihrem 7-jährigen Sohn und drei Hunden.

Als es kühler wird verziehen wir uns in unsere mobile Butze.

Do 19.10.2017

Am Vormittag werden die letzten Reste Diesel in ein weiteres Fass ausgepumpt und der große 500l-Tank ausgebaut. Mit Wasser und Reinigungsmittel wird er gespült. In der Zeit baut Detlef neue Teile für die Klimaanlage ins Fahrzeug, um die Ansaugung zu verbessern. Außerdem ist der Unterfahrschutz am Heck des Wagens bei den heftigen Wellblechpisten gebrochen. Also abbauen und schweißen lassen. Am späten Nachmittag ist der Unterfahrschutz wieder dran – der Tank jedoch noch nicht.
Am Abend genießen wir die am Tag 37°C aufgeheizte und nun kühler werdende Luft vor unserem Fahrzeug bei Rotwein und Sternenhimmel.

Fr 20.10.2017

Schweißen des 500l – Tanks

Der Tank wird geschweißt und mit Farbe versehen. Mittags ist er wieder eingebaut. Nachdem auch die Schläuche richtig angebaut sind und die Zuleitungen – nach dem Kippen des Fahrerhauses – entlüftet sind, der Wassertank aufgefüllt und die Rechnung bezahlt wurde, sind wir abfahrbereit. Bei der Bezahlung wurde unser zweites Fahrrad mit verrechnet. Nun haben wir nur noch das Motorrad als „Beiboot“.

Wir haben während der zwei Tage viel bei den Falkenbergs gesehen und erlebt. Lars erklärte Detlef ausführlich sein Geschäft, das im Kern aus Abschleppdienst besteht und durch einen reichen Fuhrpark von Motorrädern, Pkws und vielen starken Lkws ergänzt wird. Die Fahrzeuge restauriert Lars mit seinen Leuten und bringt sie auf aktuellen Stand. Insgesamt ein interessantes Unternehmen, dass auch durch Juanita mit gesteuert wird.

Unser Pech mit dem defekten Tank brachte uns viele Eindrücke aus Namibia nahe. Besucher, Einheimische, Angestellte zeigten uns wie „normales“ Leben im Land ablaufen kann.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Falkenbergs, insbesondere auch für die Unterstützung bei der Suche nach einem Abstellplatz für Traphi in Südafrika.

Nach drei Stunden Fahrt über eine ganz glatte Asphaltstraße landen wir in Opuwo (ca. 10000 Einw.)

„Versteinerter“? – Baum in Opuwo

Wir erleben eine Stadt, die gerade auf einem großen (Sport-?) Platz eine Feier abhält. Dies merken wir auch auf unserem Stellplatz, den wir in einer „besseren“ Gegend gefunden haben. Dort fährt eine Kolonne mit mehreren Fahrzeugen in zivil, jedoch mit Blaulicht an uns vorbei. Wir denken, dass es sich um eine wichtige Persönlichkeit handelte, die zum besten Hotel der Stadt gebracht wurde.

Die Temperatur kühlt sich nachts nicht mehr so stark ab, wie in den vergangenen Nächten.

 

Sa. 21.10.2017

In Opuwo können wir wieder gut für unsere Zwecke einkaufen, z. B. bei Spar. Dazu holen wir uns vorher Geld vom ATM (Geldautomaten).

Einkaufen bei SPAR in Opuwo

 

Hererofrau mit typischer Kleidung – insbesondere Kopfbedeckung

Ein Gang über den lokalen Markt gibt uns ein Einsichten in die Kaufgewohnheiten der lokalen Bevölkerung.

Frischfleisch vom lokalen Markt Opuwos

Als wir gegen Mittag aufbrechen bestätigt sich die Vermutung von gestern, der Präsident ist in der Stadt. Es gibt Straßensperrungen bis wir dann die Stadt verlassen können.

Auf einer welligen Schotterpiste fahren wir nun ca. 180 km bis an den Fluss Kunene, der die Grenze nach Angola bildet. Die Wellblechpiste ist diesmal nicht ganz so durchschüttelnd für unser Auto, da vorher der Reifendruck auf die Hälfte reduziert wurde.

Unterwegs haben wir mittags noch kurz die Möglichkeit günstig nach Deutschland zu telefonieren.

Am Ziel finden wir dann einen uns genehmen Campingplatz. Hier treffen wir die Deutschen mit Mietauto wieder, die wir schon kurz bei der Sperrung in Opuwo kennengelernt hatten. Mit Klaus, Meike und Tochter Melina verbringen wir einen lockeren Gesprächsabend. Vorher nutzen wir ausführlich den Swimmingpool, der nach über 37°C auf der Tour eine echte Entspannung darstellt.

„Kleiner“ Baum – hat sicher Wasser vom Fluss Kunene verinnerlicht

Die Nacht bleibt warm und am frühen Morgen haben wir immer noch 23°C.

So 22.10.2017

Nach dem Sonntagsfrühstück laufen wir am Fluss Kunene entlang, bewundern neben dem Wasserfall riesige Baobabs, sehr farbiges Felsgestein, Ziegen, Rinder, kleine Echsen … Die im Reiseführer erwähnten Krokodile finden wir nicht. Pausen im Schatten von Bäumen oder Felsen machen die Wanderung bei hoher Temperatur erträglich.

Die Wasserfälle des Kunene – EPUPA-FALLS

Schwimmen, Lesen, Entspannen und abends Kochen liegen noch an, bevor bei starken Winden der Abend beginnt. Kleine tennisballgroße Nüsse und Palmzweige von den über 20 m hohen Bäumen fallen herab. Nicht auf uns, denn wir hatten beim Stellen schon auf solle Gefährdungen geachtet. Bier und Wein machen uns müde für die warme Nacht.

Mo 23.10.2017

Eine Verabschiedung von unseren Lübecker Reisefreunden, dann geht es auf die Piste. Für 144 km brauchen wir ca. 5 ½ Stunden.

Wir sehen auf der Fahrt einige Siedlungen der Himba. Diese Nomadenkultur hält viele Rinder und ist damit für namibische Verhältnisse im Vergleich zu anderen Kulturen des Landes eher reich. Dies ist auch am Schmuck der Frauen zu erkennen, den sie auf der rot gefärbten Haut tragen. Westliche Reisende meinen jedoch oft – vielleicht weil die Frauen barbusig herumlaufen- dass man ihnen etwas geben muss. Natürlich ist es einfacher die Hand aufzuhalten, was dann einige, auch Kinder, schnell gelernt haben.

Die Strecke schlängelt sich zum großen Teil am Kunene, dem Grenzfluss nach Angola, entlang. Dadurch ergeben sich in der sehr hügeligen Landschaft zwischendurch schöne Perspektiven. Dies darf den Fahrer aber nicht vom Fahren ablenken. Viele sehr steile und auch einige wenige nasse Passagen, erfordern beim Fahrer volle Konzentration und bei Traphi immer wieder hohe Drehzahlen des Motors.

Konzentriertes Fahren erforderlich auf dem Weg am Kunene-Fluss nach Ruacana.

Auf der ganzen Strecke begegnen uns ca. 10 Autos. Kurz vor dem Ziel können wir sogar einige wenige gut angelegte Gärten bewundern. Der Fluss macht‘s möglich.

Wir finden das angepeilte Camp „Hippo Pool“. Auch wenn hier keine Hippos (Flusspferde) mehr anzutreffen sind, erfreut uns der Comunity-Platz (öffentlicher) am Kunene und in der Nähe eines Wasserkraftwerks gelegen doch. Die Duschen funktionieren mit warmen Wasser (erfrischt sehr, wenn man sich nicht abtrocknet) und ÜBERRASCHUNG, sogar Strom kann für unsere Klimaanlage über viele Stunden genutzt werden. Wenn um 21 Uhr draußen noch 35°C angezeigt werden und im Innenraum 23°C, dann ist dies ein absoluter Luxus, den wir gern genießen. Sogar Teewasser können wir (natürlich draußen) mit einem elektrischen Wasserkocher bereiten. Wir sind nachts die einzigen Menschen die hier sind.

 

Di 24.10.2017

In der Nacht um 1 Uhr zeigt das Thermometer draußen 30°C und innen 27°C an – nach Abschalten der Klimaanlage wegen der Lautstärke.

Am Morgen, beim Frühstück vor der Wohnungstür, ist es bedeckt. Wir zahlen vor der Abfahrt noch unsere Gebühr an Veronika, der zuständigen Dame des Platzes. Dann fahren wir weiter.

Heute brauche ich Petra nicht, wie an so vielen Tagen zuvor, anschreien. Die Straße hat sich nämlich in eine leise Teeroberfläche verändert und es ist ein fast normales Gespräch beim Fahren möglich.
Wir fahren in einen kleinen Ort, tanken und geben den Reifen wieder den doppelten Druck, um Reifenschonender auf Asphalt zu fahren. Auf der Stecke treffen wir noch unsere Lübecker Reisefreunde, die ebenfalls in der Nacht schwitzten.

Mittag dicht an der Straße, Einkaufen bei „Woermann“, Planungen der weiteren Reise und Versuche den Abstellplatz in Johannesburg sowie den Rückflug klar zubekommen vertreiben uns einige Stunden. Alles mit eher mäßigem Erfolg. Wir fahren aber auch einige km und finden dann einen sicheren Stellplatz – direkt auf dem Gelände einer Polizeistation. Hier genießen wir die kühler werdenden Temperaturen, nach eher mäßigen 29°C Tagestemperaturen.

Mi 25.102017

Wir verlassen die Polizeistation mit Dank und stoppen heute mehrfach, um mal RICHTIG shoppen zu gehen. Wir bekommen gute Lebensmittel und stocken damit unseren Vorrat auf. Auch wird heute der Rückflug gebucht, ein Stellplatz scheint relativ sicher zu sein.

Am Nachmittat, auf der Fahrt zum Etosha Nationalpark halten wir an einer Quelle, vermutlich ein artesischer Brunnen, aus dem reichlich – leicht salziges – Wasser sprudelt. Hier vergnügen sich namibische Jugendliche und Kinder.

An einer größeren Wasserfläche beobachten wir Tiere, z.B. den relativ dichten großen Vogel „Vielfraß“, der ist knapp einen Meter hoch und hat ein recht buntes Aussehen. Interessant, wie der Fische fängt. Erwachsene mit lauter Musik aus ihrem Auto und mit viel Getöse im Wasser lassen die Zeit schnell vergehen.

Abends stehen wir vor dem Tor des Etosha Nationalparks, grillen, beobachten Blitze, hören seltsamen Geräuschen zu und freuen uns über den Sternenhimmel. Die Hoffnung auf kühle Nachttemperaturen hat sich aktuell 21:30 Uhr noch nicht ganz erfüllt.
Die undefinierbaren Kratzgeräusche beim Einschlafen interpretieren wir der Einfachheit halber als Eulen auf dem Dach. Durch Licht der Taschenlampe, Klopfen und Wackeln erklären wir den Gästen, dass wir nicht zu ihrem Beuteschema gehören.

Do 26.10.2017

Frühes Aufstehen, und wir besuchen heute den Etosha Nationalpark. Dieser ist ein riesiges Gebiet (Näheres unter Wikipedia Etosha-Nationalpark). Tageseintrittspreis für uns drei (Auto, Petra, Detlef) beträgt NA$ 170,-, also gut € 10,-. Hier sammelt sich das Wassser in einer riesigen Senke und verschwindet dann im Untergrund. Es bleibt eine Salzebene.

Wir fahren bis zum späten Nachmittag durch einen kleinen südöstlichen Teil des Parks. Der ist insgesamt größer als Hessen. Die Temperaturen erreichen dabei Werte zwischen 38°C bis 40°C. Unser Flüssigkeitsbedarf erhöht sich um mehrere Liter. Das schnell zubereitete und gar nicht in die Landschaft passende Mittagessen ist extra schweißtreibend – Gebratene Wurst, Sauerkraut, Kartoffelbrei.

Wir sehen viele Tiere teils sehr dicht, teils in der Ferne. Elefanten, viele Giraffen,

Elefantendurst

Giraffe vor der „Etoscha-Pfanne“

 

, Strauße, Warzenschweine, Dik Diks, viele verschiedene Antilopenarten, Kudus, …. Die Wege, die wir befahren, sind teils glatt, teils mit grober Wellblechstruktur versehen.

Tüppfelhyäne – direkt vor der Fahrertür

Beim Verlassen wird das Auto auf rohes Fleisch untersucht. Hier ist mal wieder die „Veterinär-Grenze“. Verdächtiges haben wir gut versteckt.

Am Abend landen wir kurz vor der Stadt Tsumeb bei kurz einsetzendem heftigen Gewitterregen. So wird der Staub des Tages und die Temperatur reduziert. Einen Stellplatz finden wir kurz vor dem Ort an einer verkehrsgünstig gelegenen (sprich belebten) Tankstelle.

Fr 27.10.2017

Essen wird vorgekocht, dann fahren wir in die Bergbaustadt Tsumeb. Hier ist trotz der wenigen übrig gebliebenen Deutschen der Einfluss der Deutschen unverkennbar. Wir nutzen die gut geordnete und sortierte Stadt, um diverse Einkäufe in Supermärkten, Baumarkt, Elektrogeschäft zu tätigen. So bekommen wir sogar einen elektrischen Kondensator für die defekte Wäscheschleuder, der am späten Nachmittag erfolgreich eingebaut wird. Der Versuch, den Tank für Gas (für Kochen, Grillen, Backen) zu füllen, schlägt leider knapp fehl. Zu kurzer Schlauch, um an unser Auto zu kommen.
Zwischendurch haben wir kurze Kontakte zu „Südwestern“, wie sich die hier geborenen Deutschen manchmal noch nennen. Sie sind in 3. oder gar 5. Generation hier in Namibia. Interessantes gibt es da für uns zu lernen.

Heute essen wir zu Mittag im Minenhotel. So „vornehm“ hatten wir lange nicht „gespeist“.

Minenhotel in Tsumeb

Nach Klärung von Geldangelegenheiten bei einer Bank, fahren wir in die ca. 60 km entfernt liegende Stadt Grootfontein. Kurz danach kommen wir am Nachmittag im Camp Maori an, das von Deutschen betrieben wird

Hier werden wir unterhaltsam vom Besitzer in das Umfeld des Camps und des Landes sowie seiner Geschichte eingeführt. Wir können waschen und fühlen uns hier im Camp recht wohl, Infoaustausch mit anderen Reisenden inbegriffen.

Maori-Camp

Es ist heute wieder deutlich über 30°C, der Abend kühlt leicht ab.

Sa 28.10.2017

Wir verabschieden uns vom Besitzer-Ehepaar des Camps und anderen Gästen über einen längeren Zeitraum, nach dem unser “Dampfer“ klar ist. So kommen wir erst kurz vor 11 Uhr los. Es steht heute die für uns riesige Strecke von ca. 400 km an. Die führt zuerst nach Nordosten bis zur Stadt Rundu. Die Fahrt geht lange über Strecken ohne Besiedlung. Doch im Vergleich zu den bisherigen Gegenden ist dieses Gebiet für Namibia eher dicht besiedelt. Es ist auch deutlich grüner und die Luftfeuchtigkeit hat auf fast 30% zugenommen.

In Rundu machen wir eine kleine Stadtrundfahrt, die Erholung von der Wärme und dem vielen Fahren bei Eiskaffee kommt auch nicht zu kurz. Am Abend sind wir dann in einem kleinen Örtchen (Ndiyona) auf einem Platz direkt vor der Polizei zum Übernachten. Vor dem Schlafen freut sich Petra, mich zum Kanaster spielen gebracht zu haben, welches sie natürlich gewinnt.

Ein Wunder ist geschehen: Am frühen Vormittag wird auf dem Dach eine kleine Arbeit mit Hilfe eines Taschenwerkzeuges, bestehend aus Zange, Messer, Schraubendreher, usw. (Handelsname Leatherman) durchgeführt. Das Werkzeug wird auf dem Dach unserer Bude versehentlich liegen gelassen. Was passiert nach 400 km Fahrt über Huckel und um viele Kurven?
Das Werkzeug liegt am Abend noch da – UNGLAUBLICH aber WAHR.

So 29.10.2017

Nach dem Sonntagsfrühstück geht unsere Fahrt von Ndiyona Richtung Süden. Es wird Luft von den Reifen auf 2 bar reduziert, denn eine Sandstrecke liegt vor uns. Die 50 km bis zum Eingang des Nationalparks Khaudom dauern ca. 4 Stunden. Zwischendurch muss sogar geschaufelt werden. Auf Hinweis eines erfahrenen Offroadfahrers auf der Strecke wird der Luftdruck der Reifen auf 1,2 bar weiter reduziert (Standard bei uns 6 bar). Nun sehen die Reifen wie Entenfüße aus,

1,5 bar – statt 8 bar wie in D

aber wir kommen problemlos durch den weichen Sand, wenn auch in schwankender Fahrt, wie eine Wackelente.

Am Tor des Parks angekommen, zahlen wir die Gebühr und machen Mittagspause um 14 Uhr. Es geht weiter in Richtung der Camps, wo wir übernachten wollen. Auf der Strecke liegt ein Baum quer, an dem eine kleine Spur außen herumführt. Wir unterstellen, dass die Piste gesperrt ist und nehmen die linke Spur. Dies stellt sich als schwerer Fehler heraus. Wir schrammen auf beiden Seiten des Fahrzeuges an Bäumen und Ästen.

Eher locker bewaldete Durchfahrt.

Umdrehen unmöglich. Wir brauchen für die Strecke vom Eingang bis zum Camp mehr als eine Stunde. Zwischendurch macht uns ein Ranger aufmerksam, dass wir hier gar nicht fahren dürfen. Das hilft nun auch nicht, umdrehen können wir ja nun nicht.

Am Camp frustriert angekommen, erhalten wir Platz 1 mit dem Hinweis beim nächsten Baum aufzupassen. Detlefs Auge sagt: Höhe passt. Leider eine Fehleinschätzung. Am Stellplatz angekommen wird festgestellt, dass von einem fünf Zentimeter zu niedrigen Ast drei Solarpanele zerstört wurden. Ärgern hilft nun auch nicht mehr.

Der Platz im Park ist sehr schön, wenn auch recht teuer. Wir genießen die mit Holz angefeuerte warme Dusche, ein sehr interessantes Gespräch mit einem sehr erfahrenen Schweizer Offroadfahrer im südlichen Afrika und einen erfrischend kühlen Abend vor dem Einschlafen.

Stellplatz .Toller Blick von oben in die weite Ebene

Ende eines anstrengenden und verlustreichen Tages.

Mo 30.10.2017

Es geht durch die Busch- und vor allem Baumsavanne im Khaudom Park. Ein sehr exklusiver Park, da man nur durch schwere Strecken dorthin gelangen kann. Alternativ – und dass macht es exklusiv –  kann man zukünftig in den Park fliegen und die im Bau befindliche neue und teure Lodge (Unterkunft) nutzen. Für eine Nacht auf dem Camp des Parks zahlen wir schon ca. € 50,-.

Unsere Fahrt geht über gut 70 km den ganzen Tag, 9 – 17:30Uhr, nur unterbrochen durch eine längere Mittagspause und kleinere Stopps. Das bedeutet überwiegend sehr konzentriertes Offroadfahren. Neben den sehr weichen Sandstrecken, die das Auto schon bei 14 km/h zum schaukeln bringen (wie eine Kinder-Watschelente) kommt für uns zusätzlich die Größe des Autos dazu. Meist fahren hier Allrad-PKWs mit entsprechend kleiner Spurbreite, Höhe bis vielleicht 1,8 m und kleiner Länge. Traphi mit 2,5 m Breite, 3,55 m Höhe und 7,6 m Länge ist da schon viel schwerer durch die eng stehenden Büsche und Bäume zu bringen. Äste im unteren Bereich stören weniger, die kratzen halt am Fahrwerk oder werden überrollt. Den vielen Bäumen auszuweichen ist da schon viel fordernder, was man an der Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 10 km/h erkennen kann. Viele knackende Äste verleihen unserem Haus auf Räder ein neues spezielles zerkratztes Aussehen. Es tut schon weh, wenn das Fahrzeug so traktiert werden muss.

 

Uns entschädigt eine Herde von rund 30 Elefanten am Wasserloch. Diese bietet uns eine Bade-, Dusch- und Schlammvorführung während unserer Mittagspause. Vom Bullen bis zum sehr kleinen Nachwuchs ist alles bei der Truppe. Wir können uns gar nicht satt sehen.

Die Wasserlöcher sind die Anziehungspunkte für Tiere und natürlich auch für uns.

An anderen Stellen sehen wir einzelne Elefanten, verschiedene Antilopen, Giraffen, Dik Diks.

Den ganzen Tag treffen wir kein anderes Auto und keinen Menschen auf der Fahrt. Große Teile des Parks sind von Bränden betroffen, schwarze Bäume und Büsche zeugen davon.

Erschöpft genießen wir nach der Rückkehr Dusche, gegrilltes Essen, Radler und Wein.

Di 31.10.2017

Beim Frühstück werden wir am Fenster Zeugen von der Jagd zweier Löwen, Männchen und Weibchen. Das gejagte Tier können wir aus der Ferne auch mit Fernglas nicht ausmachen. Eine riesige Staubwolke hüllt das Geschehen ein.
An anderen Stellen können wir von unserem auf einer Anhöhe liegenden Platz auch Elefanten, verschiedene Arten Antilopen und Warzenschweine beobachten. Wirklich exklusives Gefühl kommt da auf.

Weniger exklusives Gefühl ergibt sich bei der Reparatur unserer Toilette. Die erfolgt natürlich draußen vor unserem Vehikel. Dabei gibt es eine erneute Schrecksekunde: Der vordere rechte Reifen ist platt. Aufgepumpt hält er die Luft, doch dabei zeigt er an der Flanke größere Risse. Bei der geplanten Fahrt zurück durch den Weichsand ist ein geringer Luftdruck (1,5 statt der sonst mindestens 6 bar) erforderlich. Dabei werden die Reifen natürlich kräftig durchgewalkt.
Im KLARTEXT: Der von Detlef befürchtete Fall tritt ein, das Rad (140 kg) muss gewechselt werden.

Der Manager der gesamten Anlage, ein „Südwester“, d.h. deutscher Abstammung, aber nicht sehr gut deutschsprechend, hilft. Also Platz auf einer vorhandenen Betonplatte eingenommen, Motorrad und Ersatzrad runter, defektes Rad lösen, Wagenheber runter, Rad runter, neues drauf. Es geht besser als befürchtet, insbesondere durch die Hilfe des Managers. Bis alles wieder an seinem Platz verstaut ist, ist es Mittag. Um ca. 13 Uhr kommen wir los.

Zwischen den Arbeiten berichtet der Manager viel Interessantes zur Lodge und den Beziehungen zu Arbeitern, Verhandlungspartnern und Besitzern. Geplanter Preis je Person für eine Übernachtung: 1000 US-Dollar für wirklich exklusive Gäste. Die waren wir schon jetzt beim Campen.

Die Rückfahrt geht über die gleiche Strecke wie die Anreise. Wir brauchen insgesamt für die 60 km 5½ Stunden. Dann fast eine weitere Stunde um alle Reifen wieder auf unseren Normaldruck zu pumpen.

Übernachtet wird an der gleichen Stelle wie vor drei Tagen, vor der Polizeistation des kleinen Örtchens.

Unser neuer an der Decke angebrachter Tischventilator sorgt für Luftaustausch an diesem warmen Abend (27° um 21:20 Uhr).

Nach so viel intensivem Offroad fahren mit unserem „Schlachtschiff“ gibt es leider keine ruhige Nacht, einige Mücken nerven.

Mi 1.11.2017

Wir starten von unserem Platz an den Fluss Okavango, der eine ansehnliche Breite hat. Hier schaufeln einige Arbeiter Sand. Wir fahren weiter und versuchen dabei vergeblich einen neuen Lkw-Reifen zu bekommen.

Nach den vergangenen drei Tagen intensivem Offroadfahrens folgt heute das absolute Kontrastprogramm. Wir sind in einem schmalen Gebietsstreifen Namibias im Norden (Caprivi), der zwischen Botswana, Angola, Sambia und Simbabwe liegt. Hier fahren wir gut 300 km. Auf der Teerstraße geradeaus, keine Kurven, keine Hügel, d. h. nicht lenken, nicht schalten und Gas konstant halten. Unterbrechung zum Tanken sowie Essen in der Lodge der Ropa Falls. Diese sind keine Wasserfälle, sondern nur ein stark sprudelndes hübsches Flüsschen.

 

Wir essen vergleichsweise edel, zusammen mit einer deutschen Reisegruppe.

Abends sind wir in Kongola, einer sehr kleinen Stadt und nehmen den Platz neben einer Tankstelle und einem rustikalen Supermarkt ein. Hier haben wir besten mobilen Internetzugang und nutzen dies intensiv zum Telefonieren, Surfen und E-Mails abrufen. Der Tag war bis knapp 40°C warm und der Abend bringt kaum Kühlung.

Do 2.11.2017

Weiter geht es rund 100 km mit sturem Geradeausfahren. In Katima Mulilo angekommen, fragen wir bei einer Werkstatt nach einem neuen Reifen. Wenige Meter weiter müssen wir auf eine Waage für Lkws. Der zuständige Traffic Inspector sieht, dass ich nicht angeschnallt bin und schon werden N$ 1000-, (knapp 70 Euro) als Strafe fällig. Diese müssen in der Polizeistation bezahlt werden – alles ganz regulär – ohne Korruption, wie mir der Inspektor immer wieder versichert.
Weiter geht’s zum gefundenen Reifenhändler. Motorrad runter, defekter Reifen runter, neuer Reifen wird vom Mitarbeiter aufgezogen und das Rad von mir weitgehend selbst befestigt. Ersatzrad und Motorrad wieder hochkranen. Gegen 14 Uhr ist alles erledigt und wir können weiter.
Einkaufen im Supermarkt „Pick’n Pay“ liegt an. Danach ein ausführlicher Spaziergang zum Fluss Sambesi.
Unseren Übernachtungsplatz nehmen wir hinter einem Supermarkt ein. Ein ruhiges Plätzchen, bis auf die laufende Klimaanlage der Firma. Schon bei den Büroarbeiten kommen durch ungeklärte Lücken die Mücken in unsere Wohnung. Nun gut, dann probieren wir es heute mal mit einem Moskitonetz über dem Bett. Nachteil: Luftaustausch wird etwas eingeschränkt, d. h. es kann kein kühlendes Lüftchen wehen.

Fr. 3.11.2017

Das Moskitonetz hat uns vor den lästigen Plagegeistern gut geschützt. Um 10 Uhr sind wir an der Grenze. Straßengebühren bezahlen für Namibia, auf botswanischer Seite Versicherung und Straßengebühren zahlen, dann sind wir mittags schon in Botswana zum Essen unter schattigem Baum.

 

Strecke Südafrika 18. – 27.3.2017

Bloemfontein, Kimberley, Griekwastad, Upington, Lake Grappa Guest Farm, Augrabies National Park, Upington –, Kgalagadi Transfontier Park, Grenze Rietfontein

Strecke Namibia 27.3. – 8.4.2017

Grenze, Tse, Mariental, Hardap Dam Resort, Windhuk, Walvis Bay, Namib Naukluft Park, Swakopmund, Windhuk

Nach dem Verlassen von Lesotho fahren wir in den 3 Wochen ca. 3000 km, davon große Strecken auf glatten Straßen. Die längeren Etappen bringen uns in größere Städte, wo der Aufenthalt meist  eher kurz ist. Hier werden auch unsere Vorräte aufgefüllt.

In Bloemfontein, einer industriell geprägten Stadt, haben wir von unserem überraschend schönen und ruhigen Stellplatz eine tolle Aussicht über Stadt und Land.

Bloemfontein -Industriestadt mit viel Raum

Kimberley, die berühmte Diamantenstadt, wo heute keine mehr gefördert werden, bietet am „Big Hole“ ein Bergwerkmuseum mit Museumsdorf.

Das Big Hole – war ca. 300 m, das Bergwerk – etwas weiter – ca. 1000 m

Wir werden hier gut touristisch versorgt und zu Erinnerungsfotos angeleitet.

Die Temperaturen sind während des Zeitraumes fast immer hoch, bis über 40°C. Da kommen dann Klimaanlage mit Generator zum Einsatz.

In Upington muss der Generator noch einmal repariert werden, diesmal von einem echten Experten.

Der Besuch auf unserem Dach – ist NICHT der Generatorexperte

Von Upington geht es dann in die Nationalparks Augrabies und Kgalagadi.

Auf der Fahrt zum Augrabies Park machen wir Halt an der „Guest Farm Lake Grappa“. Wir bekommen hier einen Platz mit eigenem Bad und Terrasse direkt am See. In diesen stürzen wir uns zum Schwimmen ins Wasser. Dies geht besonders schnell, da ein von Detlef aufgescheuchter Hornissenschwarm ihn stechenderweise verfolgt. Der Abend bietet uns Gewitter, welche in größerer Entfernung um uns herumtoben, mit ganz vielen herrlichen Blitzen und seltsamem Donner.

 

Im Augrabies Nationalpark

fräst sich der mächtige Orange River durch massives Felsgestein, macht dabei ordentlich Krach, zieht Affen, Echsen und anderes Getier an und schmiegt sich dann wieder ruhiger in die Landschaft. Dabei bietet der Park neben Wasserfällen

vor allem imposante Felsstrukturen,

inklusive naturgebohrter Löcher im harten Gestein.

Bei großer Mittagshitze freuen wir uns über einen Pool zur Abkühlung am Picknickplatz.

Kameldornbaum mit Früchten, seine stacheligen Samen verhaken sich auch in den festen Schuhsohlen

Der Kalaghadi (oder auch Kgalagadi) Transfontier Park gehört zur Kalahari Wüste. Er liegt grenzüberschreitend in Südafrika und Botswana.

Auf der rechten Seite der Piste Botswana, links Südafrika

Wir können nur einen kleinen südafrikanischen Teil des riesigen Gebietes nutzen, da wegen ausgebuchter Campingplätze (wir hatten nicht vorgebucht) unsere geplante Route geändert werden musste. So fahren wir abends aus dem Park und übernachten vor dem Tor.

Schlange kreuzt im Park unseren Weg

Uns gefallen die zwei Tage im Park sehr gut und fahren hier mehr als 300 km auf den Pisten. Wir halten immer wieder an Kameldornbäumen, wo riesige Nester mit hunderten Vögeln zu bestaunen sind. Diese sind mit ganz vielen Einfluglöchern versehen und stellen so etwas wie ein Hochhaus für Vögel dar.

Heimstätte für einen ganzen Vogelschwarm

Weiter sehen wir Tiere wie verschiedene Antilopen, Gazellen, Springbock,

Impalas, Gnus,

Digdigs, Vögel, Erdhörnchen…

Auch einen schlafenden Löwen können wir erspähen.

Die berühmten roten Dünen sind für uns mit grüner Farbe überzogen, da es die Wochen vorher viel geregnet hatte und das Gras sowie Büsche und Bäume uns in bester grüner Pracht begrüßen.

Unterbrochen wird unsere die Hintern strapazierende Fahrt an schönen Picknick-Stellen mit Mittag bzw. Ruhepause im gekühlten Innenraum unserer Wohnung.

 

Im Ort Riedfontein – nahe der namibischen Grenze – ärgern uns nachts viele aggressive Mücken, die trotz des Spray „Peaceful Sleep“ zustechen und uns keinen friedlichen Schlaf gönnen.

Der Grenzübertritt nach Namibia ist schnell und problemlos.

Gefährt bei Tses

Die Fahrt geht ca. 240 km über 3 ½ Stunden auf Pisten bis in den kleinen Ort Tses, wo wir übernachten. Am Morgen müssen wir vor dem Frühstück  – nach einer ausgelaufenen Flasche Orangensaft – gründlich sauber machen. Dabei begleiten uns Krabbeltiere.

Nach der Fahrt nach Mariental (einkaufen)und dann zum Hardap Dam muss sich Traphi mit 2- 3 cm Luft unter dem Einfahrttor „durchzwängen“.Erst dann können wir uns im echt coolen Pool des Hardap Recreation Resort „akklimatisieren“.

Der Staudamm ist Namibias größter Trinkwasserspeicher. Am Stellplatz freuen wir uns über Schatten und Stromanschluss.

Windhuk, die Hauptstadt der ca. 2 Mio. Bürger Namibias, hat ca. 300.000 Einwohner.


Von unserem guten Stellplatz aus können wir bequem in die Innenstadt laufen. Geschäfte, Verkehr, Gebäude

imposantes auffälliges Regierungsgebäude

– darunter viele mit deutschen Namen oder deutschem Ursprung – und viele sehr verschieden gekleidete Menschen geben ein buntes Erscheinungsbild der Stadt ab.

Unverkennbar – deutsche Christuskirche

Bei einer Tour mit dem Motorrad geht es zuerst in die nördlichen Stadtteile von Windhuk. Hier leben eher die Schwarzafrikaner in nicht ganz so guten Häusern. Im Osten der Stadt, in der Nähe der Universität, leben eher die Weißen in schönerer Gegend und in größeren, gepflegteren Häusern.

In der Nähe des Stadtflughafens gibt es eine „Möbelfabrik“ im Freien mit attraktiv hergestellten Möbeln. Viele Handwerkwerker sind hier aktiv.

Beim Freibadbesuch sind nur wenige Gäste zu sehen, vielen ist es bei Temperaturen Mitte der 20°C offensichtlich zu kühl im frischen Wasser.

Auf der Fahrt nach Walvis Bay treffen wir uns  – nach vorherige Abstimmung –mit  Conni und Tommi, die schon jahrelang reisen und besonders viel Erfahrung im Gebiet des südlichen Afrika haben. An dem Platz – mitten in schöner und abgeschiedener Landschaft – können, wir von Ihren Kenntnissen profitieren und uns angeregt unterhalten.

Mittags gegen 14 Uhr kommen wir in Walvis Bay an, und die Temperatur von 34°C beim Start hat sich auf den 150 Wegkilometern um mehr als 12 °C reduziert; die kalte Meeresströmung mit Namen  Benguela zeigt ihre Wirkung.

In Swakopmund holen wir uns für die Fahrt in den Namib Naukluft Nationalpark eine Genehmigung. Diese ist erforderlich und wurde eingeführt, um die Natur vor zu vielen gleichzeitigen Besuchern zu schützen. Die Wüste dort reagiert sehr empfindlich, da es so gut wie keinen Regen gibt. So sollen noch heute an einer Stelle Spuren von Pferdegespannen von Siedlern vorhanden sein, die vor mehr als 100 Jahren dort fuhren. Vorschrift ist es, dass nur auf freigegeben Pisten gefahren werden darf.

An den Tagen im Park erleben wir immer wieder echte Höhepunkte in der Natur. Uns begegnen ganz wenige Autos und an den vorgeschriebenen Übernachtungsstellen sind wir ganz allein.

Traphi im Camp an der Blutkuppe im Namib Naukluft Park

Wir betrachten eine als Mondlandschaft bezeichnete Gegend, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Durch ein ausgetrocknetes Flussbett fahren wir

bis zu einem See, den es seit ewigen Zeiten dort wohl nicht gab. Die starken Regenfälle viele (hunderte?) Kilometer entfernt, haben ihn entstehen lassen. Beim Schwimmversuch stelle ich fest, dass der nur ca. 50 cm tief ist, der Grund aus ganz weichem Schlamm besteht. Bald dürfte der See wieder zu einem ausgetrockneten Vlei werden.

Sehr staubige Strecken führen uns in eine Gegend, wo es Welwitschien gibt. Diese eigenartige Pflanze gibt es nur in der Wüste Namib. Die größte Welwitschi – eine Touristenattraktion – soll über1500 Jahre alt sein.

alte Welwitschie

Köcherbäume imponieren uns in der trockenen Landschaft durch ihre Größe und der Fähigkeit Wasser sehr lange zu speichern.

Köcherbäume in der Wüste speichern sehr lange Wasser

Streckenweise sehen wir die Wüste ganz leicht grün angehaucht.

An der rötlichen Blutkuppe genießen wir einen phantastischen Sternenhimmel. Nach einem Frühstück draußen, erklimmen wir die Kuppe mit den beeindruckenden Felsstrukturen.

Felsen an der Blutkuppe

Eine langsame anstrengende Fahrt (nur Allrad zugelassen) führt zum Rock Arch, wobei Reifenluft ablassen erforderlich ist. An einer Stelle führt die Fahrt über einen großen Stein zu einem sehr heftigen Schlag, so dass unser Kühlschrank deutlich leerer wird und uns eine zerbrochene Glasplatte präsentiert.

Am Rock Arch können wir in einer großen Höhle Mittag essen und verbringen einen ruhigen Nachmittag mit viel Tee, Tiere über Fernglas beobachten und Fliegen abwehren.

Neben den anstrengenden Pisten und den geteerten Straßen können wir auch manchmal auf Salz-/Sandpisten fahren, die glatter sind als deutsche Autobahnen.

Eine „Pisten- Autobahn“ – die Freude eines rennfahrenden Offroad-Fahrers

Als wir das Fahrzeug am Ende der Reise an der Küste in einer Halle in Swakopmund abstellen wollen, will uns das Tor nicht durchlassen – ca. 10 cm fehlen an Höhe. Unsere Alternative in der Nähe von Windhuk kommt nun zum Einsatz. Hier nutzen wir die restliche Zeit noch für Fahrzeugpflege in einer Werkstatt sowie Vorbereitung für die ca. halbjährige Unterstellung.

Am Samstag geht es abends nach einem kräftigen Gewitter mit dem Flieger heimwärts und am 9.4. sind wir wieder zuhause.

 

  • Strecke Südafrika

Butterworth, Hole in the Wall, Coffee Bay, Port St. Johns , Kokstad, Underberg,

 

  • Landschaften:

Am 28.Feb. fahren wir an die Wild Coast, die ihren Namen sicher wegen ihrer zerklüfteten Felsstrukturen erhalten hat. Es gibt aber auch wunderschöne Sandstrände oder Lagunen.

Wir bewundern Gesteinsformationen in vielfältigster Art.

Hier ist es wie der Ort heisst; Hole in the Wall

Danach geht es über Kokstad in die Drakensberge, die eine abwechslungsreiche Berglandschaft bieten, mit wilden Flüssen, Wasserfällen und Felsstrukturen.

  • Strecke Lesothoc14. – 18.3.2017

Sani-Pass, Mokhotlong, Mapholaneng, „Afriski“,Butha Buthe

In Lesotho gehen die Berge auf über 3000 m hoch, es kann besonders im Winter (Juni – Sept.) sehr kalt werden und auch Schnee liegen. Um Lesotho zu erreichen fuhren wir den steilen und engen Sani-Pass hinauf.

  • Lesotho, kleines Land, einziger Nachbar ringsum Südafrika, Einwohner so viel wie halb Berlin (= 2 Mio.) auf Fläche von Belgien. Das Land ist recht arm und bietet super Berglandschaften, u. a. mit dem ersten Ski-Resort.

 

Tiere und Pflanzen

Wir erfreuen uns immer wieder an verschiedensten Pflanzen und Tieren (groß und klein)


An der Wild Coast sehen wir hunderte Delfine vorbeischwimmen. In Nationalparks gibt es auch Spinnen, Schmetterlinge und Würmer zu entdecken.

Auch lässt die eine oder andere Kuh vernehmlich von sich hören, auch mal in der Nacht.

Es gibt verschiedene Trupps Affen (Baboons) und Zebras in 5 m Entfernung zu erleben.

Auch Käfer, Krebse, Schmetterlinge, Heuschrecken, Pflanzen, Blumen … zeigen uns interessante Fortbewegungen oder farbenfrohe Ansichten.

Unsere Aktivitäten

Etliche Wanderungen in den Nationalparks an der Wild Coast oder in den Drakensbergen.

Schwimmen im Meer, im Binnensee, Fluss oder im strudelnden Whirlpool.

Auch Pflichten wie Autoreparatur und Instandhaltung kommen zum Zuge. Freude machen uns am Abend einige Lagerfeuer.

In dieser Werkstatt wird der Numernschildhalter angeschweißt

Wir beobachten Menschen

wie z. B. Surfanfänger an der Wild Coast. Wir werden von einem Südafrikaner nach Hause eingeladen und sehen, wie wirtschaftlich gut es den meist weißen Südafrikanern gehen kann, hören von Sorgen zur Zukunft und zum weiteren Leben in Südafrika. In Diskussion ist in der Politik die entschädigungslose Enteignung von Ländereien.

Wir schauen an einer Grundschule und der High School (weiterführende Schule) in Lesotho vorbei, beobachten die Essenszubereitung in der Schulküche. Das kostenlose Schulessen ist sicherlich ein weiterer Anreiz, Schulbesuche zu fördern.

Bereitung des Schulessens für viele Kinder

In Lesotho sehen wir viele relativ neue und einheitliche Toilettenhäuschen stehen, die über eine Kampagne der Regierung initiiert wurden.

Südafrikanisches Camping mit einem kleinen Anhänger, der mit wenigen Handgriffen zur Unterkunft mit Küche mutiert, ist ein gern genommenes und für das Klima gut angepasstes Reisevehikel.

Aus einem kleinen Offroad-Anhäner wird viel Haus erzeugt

 

Mauersteine können durch viel Handarbeit entstehen, wie uns Arbeiter in Lesotho demonstrieren.

Nicht nur für unsere, sondern auch für lokale Augen gibt es manchmal ausgeflippte Personen.

Einkaufen ist immer interessant, wenn wir auch nicht allzu oft die lokalen „Ladenstraßen“ nutzen. Unsere Wünsche sind halt doch besonders.

Ladenstraße in Mokhotlong

Marktstraße in Butha Buthe Lesotho

Wetter

Es gibt einige wenige schwüle und heiße Tage. Wir erleben einige Gewitter und auch morgens Eis auf unserem Dach in großer Höhe in den Bergen.

Fahren

Es gab eine Strecke von ca. 130 km, für die wir etwa 5 Stunden Fahrzeit brauchten, von denen waren etwa 60 km auf Asphalt.

Eine rutschige und glitschige Fahrt hatten wir zum Cobham Park, wo das Auto drohte, den Halt auf der durchfeuchteten Lehmstraße zu verlieren.

Besonderen Respekt hatten wir vor der Fahrt zum Sani-Pass. In ca. 2 Std. für 30 km auf sehr holpriger Straße, aber mit mäßiger Steigung geht es mit Allrad im ersten bis max. dritten Geländegang, inkl. Wasserdurchfahrt, etlichen Baustellen bis zur Grenzstation auf südafrikanischer Seite, wo wir übernachteten.
Am Pass, der nur für Allradfahrzeuge frei ist, geht es steil bergauf, sind viele Steine auf dem Weg und recht enge Kurven, in denen 2 x zurücksetzen erforderlich ist.

Die Geschwindigkeit lag zwischen „langsamer als Fußgänger“ bis 11 km/h auf den wenigen etwas besseren Bereichen. Fahrzeit für ca. 7 – 8 km und ca. 1000 Höhenmetern: 1 ½ Std. Stress kam aber nicht auf, obwohl Fahrer und Fahrzeug deutlich dichter an die Grenzen ihrer Möglichkeiten kamen.

Da am Vortag der Pass recht anstrengend war, wählen wir am Folgetag eine längere Strecke über die A3 zum Katse Dam aus. A3 = Nationalstraße, wie A1 sicher asphaltiert oder glatte, gute Piste. Nach ca. 20 km wissen wir es besser: Dicht an den Schluchten mit sehr steilen Passagen und ausgespülten rutschigen Stellen, die sich teils schlechter herausstellen, als der abenteuerlich beschriebene Sani-Pass. Beim Mittagessen in einer Höhe von 3015 m wird entschieden: Wir drehen um und fahren die gleiche Strecke zurück.

In niedrigen Geländegängen geht es in Lesotho abwärts mit uns: Von 3200 m auf ca. 1600 m auf wenigen Kilometern. Die 10 Tonnen von Traphi schieben recht ordentlich.

Auto

Es gibt auch kurze Aufenthalte in der Werkstatt. Dort werden eine durchgerostete Stelle, Roststellen und eine Beule beseitigt und lackiert. Außerdem gibt es eine Komplettreinigung inkl. Unterbodenwäsche, das Fahrzeug wird abgeschmiert, ein durchgerosteter Nummernschildhalter wird geschweißt.

Aktivitäten

Schwimmen im Meer, im Pool, im Fluss sind bei uns beliebt.


Wanderungen, besonders in den Drakensbergen, bei idealen Temperaturen mit wenig Sonne ist für uns ein absolutes Highlight. Mehrere Wasserfälle, hohe Gräser, kurzes Schwimmen im Naturpool eines Wildbaches, herrliche Blicke in weite Landschaften, Felsstrukturen, schwankende Hängebrücke,

Blumen, Wildbäche – auch mit feuchten Füssen zu durchqueren –, kleine Tiere … Einfach nur boa …

Schwimmen im Wildfluss mit natürlichen Whirlpool, einfach herrlich.

Verkehr

Auf den Straßen vor Baustellen wird deutlich gewarnt. Es gibt Fahnenschwenker, die auf die Gefahr aufmerksam machen. Ein Job, der zumindest etwas Geld einbringt.

Verschiedenes

Besuch und Einkauf in einer Käserei bei Underberg.
Ein in Südafrika lebender Franzose mit seinem Motorrad mit Beiwagen, mit dem wir una ausführlich unterhalten.


Petra stützt (Höhenprobleme?) und hat viele Tage Probleme, insbesondere beim Sitzen während des Fahrens über huckelige Pisten.
Immer wieder viel Zeitaufwand, bis nach der Grenze die SIM-Karten für das Internet funktionieren.
Als es sehr nass ist, kaufe ich mir in Lesotho beim Chinesen Gummistiefel.

 

Route 10-20-feb-2017

Route 10-20-feb-2017

Fr. 10.2.2017

Der Wilderness Nationalpark mit dem Campingplatz liegt in einer wunderschönen Schlucht, durch die sich der Fluss Touw mit attraktivem bräunlich klarem Wasser zwängt. Große Wäsche ist auch dank des warmen leicht windigen Wetters schnell erledigt.

Wilderness - Camp

Wilderness – Camp

Unsere Erwartung an einen ruhigen Platz wird am späten Nachmittag relativiert: Viele überwiegend weiße Südafrikaner verbringen hier ihr Wochenende, an dem Ort, der auch ein Kinderparadies ist.

Unter dem Zelt des Nachbarn kam diese Puffotter hervor ...

Unter dem Zelt des Nachbarn kam diese Puffotter hervor …

... und löste hektische Betriebsamkeit aus. Die Schlange entwischte ...

… und löste hektische Betriebsamkeit aus. Die Schlange entwischte …

Sa. 11.2.2017

Vormittags ein kleiner Rundgang durch die abwechslungsreiche Natur des Tales vom Wilderness Nationalpark. Am Nachmittag wandern wir bergauf durch dichten ursprünglichen Wald zum Wasserfall. Es geht teils über holprige, teils über mit Brettern erstellte Wege bei schwüler Wärme und bedecktem Himmel. Nach 3 ½ h gibt es auf dem Rückweg Donner und erste Regentropfen.

Die Südafrikaner freuen sich über den in der Nacht und am Vormittag fallenden Regen, der zu der Zeit ungewöhnlich, aber wegen der recht leeren Talsperren sehr erwünscht ist.

So. 12.2.2012

Die Fahrt geht nachmittags bei Regen in die bergige Landschaft an der Küste mit abwechslungsreichen Ansichten. Wir haben den Eindruck eher im Allgäu als in Afrika zu sein, wo Felder, Wälder, Kühe zu sehen sind.

Übernachtet wird am Knysna-Fluss, ruhig mit schönem Blick auf Lagune und Hügel ringsum. Der Regen hört am Abend auf.

Mo 13.2.2017

Vormittags Einkauf in der Stadt Knysna mit Traphi. Ein Parkeinweiser, der auf dem Trittbrett unseres LKW mitfährt, weist uns in die hohe Tiefgarage ein.

Nachmittags Motorradfahrt an die Mündung des Flusses Knysna.

Knysna Lagune

Knysna Lagune

Der Fluss  bzw. seine mehrere Quadratkilometer große Lagune sind durch ein Felsentor mit dem Indischen Ozean verbunden.

Verbindung zum Meer

Verbindung zum Meer

Die Stadt Knysna präsentiert sich als mondäner Wohnort – an Felshängen und auf der Laguneninsel mit eigenem Hafen vor der Haustür – sowie als Anziehungspunkt für nationale und internationale Touristen.

Di 14.2.2017

Nachmittags Motorradfahrt über Berge mit herrlichen Aussichten zum Ort Brenton on Sea.

Brenton on Sea

Brenton on Sea

Hier gibt es neben Unterkünften auch ersteigbare Dünen, von denen wir das Treiben am Strand von oben beobachten. Tausende Schnecken, die mit den Wellen auf den flachen Sandstrand gespült werden, sind für uns sehr interessant. Sie schleimen sich bei Feuchtigkeit über den Sand, bleiben liegen, wenn zu wenig Nässe vorhanden ist, sammeln sich in Gruppen (zur Fortpflanzung?) und verziehen sich ins Schneckenhaus, wenn es zu trocken wird.

Abends beim Wein beobachten wir Angler und Sternenhimmel am Ufer der Knysna-Lagune.

Mi 15.2.2017

Nächster Stopp ist der Flughafen von Plettenberg Bay. Da niemand von den Fallschirmspringern da ist, geht’s ein Stück in eine Schotterstraße, wo uns ein sehr freundlicher Anwohner seinen Geheimtipp verrät.

Wild romantisch, schwer erreichbar, wunderschön, ...

Wild romantisch, schwer erreichbar, wunderschön, …

Nach einigem Wandern und leichtem Klettern wird dies anhand der Bilder der Bucht absolut bestätigt. Der Mittagsappetit lenkt uns zurück.

Plettenberg "Geheimtipp"

Plettenberg „Geheimtipp“

Etwas weiter im touristischen Ort Plettenberg Bay genießen wir – weniger schwimmend und mehr hüpfend – das angenehme Meereswasser mit den üppigen Wellen, Dusche am Strand gibt‘s auch dazu.

Nach bergigen weiteren 50 km landen wir in Natures Valley, wieder mit Lagune und dicht am Indischen Ozean.

Vor dem Gewitter in "Natures Valley"

Vor dem Gewitter in „Natures Valley“

Der Spaziergang wird beschleunigt zu Ende gebracht, ein kräftiger Gewitterschauer reinigt dann nämlich unser Fahrzeug vom vielen angesammelten Staub.

Do 16.2.2017

Es geht etwas weiter nach Westen zum Storms River in den Tsitsikama Nationalpark. Der Vergleich aktuell (vor ca. 15 Jahren  waren wir schon einmal hier) zeigt viel größere Campingplätze und Unterkünfte. Der Charakter der Natur ist aber weitgehend unverändert beeindruckend. Am Nachmittag geht es über die touristische „Attraktion“ – die Hängebrücke (Suspention Bridge)

Suspension Bridge über Mündung des Storms River

Suspension Bridge über Mündung des Storms River

über gut 2 Std. den Berg hinauf. Unten viele Besucher, schnaufend oben in toller Kulisse mit Weitblick angekommen, findet man kaum noch Leute.

Mündung des Storms River von Platz ohne viele Besucher

Mündung des Storms River von Platz ohne viele Besucher

Der Abend am Lagerfeuer ist gefüllt mit dem Austausch von Infos mit einem netten österreichischen Paar, das mit ihrem Landrover Südafrika bereist.

Fr 17.2.2017

Früh am Vormittag geht die Wanderung entlang an der schäumenden Felsküste zu einem Wasserfall,

Waterfall Tsitsikana Park

Waterfall Tsitsikana Park

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der am Ufer des Pazifiks einen herrlich erfrischenden Pool hinterlassen hat. In diesem lässt es sich nach „sehr erwärmender“ Wanderung beim Schwimmen abkühlen.

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Felsige Besonderheiten in vielen interessanten Formen

Felsige Besonderheiten in vielen interessanten Formen

Nach ca. 4 Std. sind wir zum Mittagsgrillen zurück.

Wäsche, Entspannung, Wellen beobachten, schwimmen im Pool und abends mit Österreichern gemütlich zusammen sitzen, füllen den Tag.

Sa 18.2.2017

Heute Morgen, nach dem Gewitter in der Nacht, sind die Wellen und spritzenden Fontänen an der schroffen Felsküste noch höher als die Tage zuvor. Das Auto ist schnell klar zur Fahrt nach Jeffrey’s Bay, wo zuerst der Einkauf ansteht. Dann geht es wenige km weiter zum Paradise Beach, so der Name des kleinen Ortes. Unser Strandmarsch mit wieder vielen Fundstücken (Muscheln, …) und durch den Ort endet wegen Regen schnell. Essen bereiten, Internetaktivitäten (3 Tage kein Netz) und der Besuch eines netten Herrn von der Neighbourhood Watch, der uns ein paar Infos gibt, dann ist es Nacht, mit beleuchteten Fischerbooten auf dem Meer vor unserem „Wohnzimmerfenster“.

So 19.2.1017

Nach dem Essen fahren wir über eine sehr schlechte Dirt Road ins unweit gelegene St. Francis Bay, einer Ortschaft, die aus weißen Häusern mit grauen, meist Schilf gedeckten Dächern besteht. Sie liegt mitten in einer Lagune, und eine große Anzahl der Grundstücke hat Zugang zum Wasser für Sportboote. Deshalb wird St. Francis Bay auch „Klein Venedig“ genannt.

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Mit einem Kanu erpaddeln wir uns das Örtchen, dessen große Anzahl der Häuser unbewohnt scheint, vermutlich sehr viele Ferienhäuser der gehobenen bis Topklasse. An einigen Stellen trennt nur eine Düne den Kanal von den Meereswellen. Angeln und Motorboot fahren dominieren die Sonntagsaktivitäten in dieser traumhaft gelegenen Lagune. Interesse? Es sind noch einige wenige Grundstücke frei.

Mo 20.2.2017

In der Nacht läuft Polizei um unser Auto, berichtet per Funk an die Zentrale, lässt uns aber völlig unbehelligt.

Einkauf, gut 100 km Fahrt, dann sind wir in Port Elizabeth bei einer Werkstatt für Klimaanlagen. Die gibt uns einen Termin für den nächsten Tag.

Auf einem ruhigen Campingplatz wird die Klimaanlage aus dem eng bepackten „Keller“ ausgebaut, dann ist Entspannung und spannende Erwartung auf den nächsten Tag angesagt.

Route 20-27-feb-2017

Route 21-27-feb-2017

Di 21.2.2017

Um 6 Uhr aufstehen und Frühstück um 7 Uhr vor der Werkstatt.

Dann Erleichterung: Gegen 9 Uhr läuft die Klimaanlage wieder. Ursache waren Risse in einem Rohr (Materialfehler). Neubefüllung mit Kältemittel plus Arbeit, da ist ein Preis von € 130,- in Ordnung. Angebot der Herstellerfirma in D war Neukauf  über € 1600,- minus 25 % Rabatt, plus Transport und Import nach Südafrika.

Nach ca. 70 km Fahrt, einem Spaziergang durch Zitronenplantagen in der Nähe des Ortes Addo wird der erfolgreiche Tag in einem – überraschenderweise sehr gutem – Restaurant mit köstlichem Essen und Wein gewürdigt.

Mi 22.2.2017

Der Addo Elefantenpark ist wenige km entfernt. Unser Jahresticket für die südafrikanischen Nationalparks rechnet sich hier wieder. Eintritt war also schon bezahlt.

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Den Tag über kreuzen wir durch den Park und sehen etliche Tiere. Elefanten, Büffel, verschiedene Antilopen, Zebras, Kudus, Warzenschweine, Vögel, Schlange, große Schildkröten und Elefanten-Dung-Käfer (auf Deutsch auch „Pillendreher“ genannt, soweit ich weiß) sind für uns auf dem Programm.

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Die Käfer rollen aus Elefantenkot Kugeln und dies Kopfüber rückwärts – sieht echt witzig aus.
(Video einer kleineren europäischen Variante HIER klicken.)

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Am Abend sind wir dann nach weiteren ca. 85 km wieder an der Küste im Ort Kenton on Sea. Die reparierte Klimaanlage kühlt unsere Wohnung während der Fahrt (draußen 28°/29 °C). Abends ist es auch ohne Klimaanlage bei 21 °C am Meer angenehm.

Do 23.2.2017

Mal wieder eine eindrucksvolle Küstenlandschaft zeigt sich in diesem nett zurecht gemachten Ferienort für Südafrikaner. Eine Mischung aus Fels- und Sandstrand

Kenton on Sea

Kenton on Sea

befindet sich zwischen zwei Flüssen und ihren dazugehörigen Lagunen. Das Schwimmen bei Flut fällt kurz aus; die Temperatur liegt nur bei gefühlten 19 -20°C im Wasser. Nachmittags steigert sich der Wind zu einem Sturm, der das Brotbacken im außen liegenden Gasbackofen erheblich erschwert.

Fr. 24.2.2017

Wir fahren durch eine bergige Landschaft über Grahamstown (Mittag) nach Hogsback einem kleinen Ort auf 1250 m Höhe. Die Rezeption eines Resorts genehmigt uns eine Übernachtung auf dem schön gelegenen Parkplatz. Das Resort hat ca. 18 Ferienhäuser, die im Wald stehen und untertrieben Cottages (Hütten) genannt werden. Wir können nicht erkennen, dass auch nur eins davon belegt ist.

Sa. 25.2.2017

Beim Betten aufschütteln über der Dachluke werde ich von ca. 10 Affen, vermutlich Meerkatzen, in den Baumwipfeln übersprungen.

Eine der schönsten Wanderungen der letzten Jahre (es gab etliche)

Weitestgehend naturbelassen. Veränderungen nur wo es nicht anders geht ...

Weitestgehend naturbelassen. Veränderungen nur wo es nicht anders geht …

geht heute in gut 4 Stunden über herrlichste Landschaften verschiedener Art. Bei angenehmen Temperaturen um gut 20°C erleben wir einen breiten, nicht allzu hohen Wasserfall,

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sehr viele verschiedene Pflanzen, einschließlich Pilzen, dichter Wald, steile Hänge, Wege durch dichtes Gestrüpp,

von mir "Sauerkrautplanze" getauft, da ich den Namen diese Mooses nicht kenne ...

von mir „Sauerkrautplanze“ getauft, da ich den Namen diese Mooses nicht kenne …

steile enge Schluchten, einen weiteren schmalen, sehr tief fallenden Wasserfall, und …, einfach wunderschön! Abends müssen leider auch schöne Fotos im elektronischen Papierkorb verschwinden, es sind einfach zu viele.

Beim Mittagsgrillen, sinkt das Thermometer rapide und es nieselt etwas. So fahren wir weiter über eine Holperstraße, die zum langsam fahren und echt „bewegtem“ Landschaft genießen einlädt. Sie führt in den kleinen Ort Cathcart, wo übernachtet wird.

So 26.2.2017

Nach gutem Sonntagsessen an einem Platz mit vielen Schafen und Ziegen versuchen wir in Cofimvaba einen attraktiven Stellplatz zu finden, was misslingt. Mehr Erfolg haben wir im kleinen Ort Tsomo an einem Fluss, an dem gerade an einem Damm gebaut wird.

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Vorschule in Tsomo

Nach Cathcart sind wir nun im ehemaligen Homeland Transkei, in der die schwarze Bevölkerung zu über 90 % Anteil lebt. Hauptsprache ist hier Xhosa, die Sprache mit verschiedenen Klicklauten, weltbekannt demonstriert im Lied von Miriam Makeba „Pata Pata“ aus 1967. Auffällig sind die vielen einfachen Häuser, oft schlechtere Straßen, der überall herumliegende und fliegende Müll und eher lachende Gesichter. Die Transkei ist heute in die südafrikanische Provinz Ostkap eingegliedert

Mo 27.02.2017

Eine entspannte Fahrt durch die Region Transkei geht über glatte Straßen mit Aussicht auf geschwungene Hügel mit viel Grün nach Butterworth.

Grüne Transkei

Grüne Transkei

Der Ortsname verspricht englischen Einfluss, der aber für uns nicht zu erkennen ist. Fast 100% der Bevölkerung sind  hier  Xhosa. Das bedeutet für uns ein afrikanischeres Erleben des Landes mit Straßenhändlern,

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lautem Gerufe, vielen Leuten auf der Straße, alles etwas chaotischer und viel Lachen dabei.

Butterworth

Butterworth

Unser Stellplatz am Staudamm eines Flusses ist auch eine Kuhweide, die am späten Nachmittag aber von den Tieren frei ist. Der angrenzende Picknick- und Grillplatz ist eingezäunt und verschlossen und wird offensichtlich nur am Wochenende geöffnet.